Alle Jahre wieder: Schwarze Fliegen und nasse Erde.

Es scheint jedes Jahr zur kalten Jahreszeit das selbe Drama zu sein: kleine lästige Fliegen an unseren Zimmerpflanzen. Vor allem im zeitigen Frühjahr ist dies gepaart mit einer immer feuchten Topfpflanzen Erde ein häufiges „Schadbild“ an unseren Zimmerpflanzen.

  • Was sind das für Tiere?
  • Wo kommen sie her?
  • Und noch wichtiger: Wie kann man sie bekämpfen?

Was sind das für Tiere?

In den aller meisten Fällen handelt es sich um Trauermücken (auch Trauerfliegen genannt). Diese leben als Larven im Wurzelbereich unserer Pflanzen und kommen nur in den letzten Tagen ihres Lebens als kleine lästige Fliegen an die Oberfläche um sich zu vermehren und ihre Eier erneut in die Erde zu legen. Hierzu bevorzugt die ausgewachsene Fliege/Mücke (die übrigens keine Nahrung mehr als erwachsenes Tier aufnimmt) feuchte Erde. Gefährlich können sie unseren Topfpflanzen im Grunde genommen nicht werden. Nur sehr junge Pflanzen, die noch verstärkt auf ihre wenigen feinen Wurzeln angewiesen sind, können von den Larven der Trauerfliege empfindlich geschädigt oder sogar vernichtet werden.

In unseren Breiten gibt es gut 600 verschiedene Arten dieser Spezies. Teilweise ernähren sie sich von toten organischen Materialien wie verrottenden Ästen und Blättern, von Bodenpilzen oder auch von jungen Wurzeln. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Verrottungsprozesses in der Natur und sorgen für eine schnelle Umwandlung toter Materie in für das Bodenleben wichtigen Humus.

Wo kommen sie her?

Wie der Name schon sagt: Fliegen fliegen. Und so kann es auch passieren, dass unsere Topfpflanzen im Zimmer über geöffnete Fenster mit Trauermücken besiedelt werden. Auch ist ein Eintrag dieser Fliegen über neu gekaufte Pflanzen möglich; wer kann schon ausschließen, dass Pflanzen im Verkauf nicht durch die Umgebung im Verkaufsraum oder auf dem Weg nach Hause Kontakt mit dem Insekt hatten. Ebenso ist es möglich die Fliege/Mücke über neu gekaufte Blumenerde ins häusliche Umfeld einzuschleppen. Und natürlich ist es auch sehr wahrscheinlich, dass Topfpflanzen die über den Sommer in Freien standen, infiziert wurden. Überall wo Erde und Pflanzen sind, werden auch die Lebewesen anzutreffen sein, die von und mit ihnen Leben; im Prinzip ein ganz natürlicher Prozess!

Wie kann man sie bekämpfen?

Wie bereits erwähnt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, die Trauerfliegen-Larve bereits über den Kauf von Pflanzen und Erden einzuschleppen. Auch die Tatsache, dass unsere Zimmerpflanzen gerade im zeitigen Frühjahr weit mehr Wasser bekommen als sie allgemein benötigen (was zu übernässter Erde führt), kann dazu führen, dass sich die kleinen Plagegeister vermehrt in den Pflanztöpfen auf unseren Fensterbänken ansiedeln. Eine erste Empfehlung kann daher nur lauten:

  • Gießmenge und Gießhäufigkeit unserer Zimmerpflanzen optimieren!

Im zeitigen Frühjahr scheint zwar die Sonne u. U. schon recht kräftig auf unsere Fenster und damit unsere Zimmerpflanzen. Doch eine oftmals kalte Fensterbank und eine optimierte Isolierung der Fensterfront hält die Pflanze davon ab, einen verstärkten Stoffwechsel wie er im Sommer erfolgt, durchzuführen. Das Resultat ist ein wesentlich geringerer Wasserbedarf als wir es uns vorstellen, was uns schnell dazu verleitet, zu viel zu gießen. Wasserstandsanzeiger und/oder einsteckbare Feuchtigkeitsmessgeräte können uns hier hilfreiche Dienste leisten.

Das gänzliche Austrocknen der Erde ist allerdings nicht zu empfehlen, da dies auch meist die Pflanze beeinträchtigt und stresst. Zudem lassen sich die Plagegeister durch diese Maßnahme nur mäßig bekämpfen. In der Regel wird die Erde nicht intensiv genug durchtrocknen um für eine Vernichtung der Larven zu sorgen. Die Pflanze wird jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit dabei den größeren Schaden erleiden und vertrocknen.

Eine weitere Möglichkeit ist das Abdecken der Pflanze, z. B. mit Sand. Hierbei muss man jedoch sehr aufpassen, denn nicht nur die Oberfläche der Blumenerde muss dabei gut bedeckt und trocken gehalten werden, sondern auch die Abzugslöcher am Topfboden. Doch genau dort lässt sich eine Abdeckung nur sehr schwer vornehmen, sodass die kleine Plagegeister dort weiterhin ihr Unwesen treiben können. Solch eine Vorgehensweise gleicht daher einem etwas komplizierten Unterfangen und bietet nur geringe Aussichten auf Erfolg.

Ebenfalls eine des Öfteren gehörte Empfehlung lautet, die Pflanztöpfe mit feinem Gewebe (z. B. einem Nylonstrümpf) zu umwickeln um die Erde so schützend zu bedecken. Ob diese Idee jedoch unserer Vorstellung einer dekorativen Topfkultur entspricht, muss jeder für sich selbst beantworten.

Etwas einfacher ist es hingegen, schon beim Einkauf von neuer Zimmerpflanzen-Erde auf Qualität zu achten.

  • Kaufen Sie nur Zimmerpflanzen-Erde wenn diese auch im Geschäft überdacht und möglichst im trocknen gelagert wird!

(Dies sollten Sie übrigens nicht nur bei Zimmerpflanzen-Erde beherzigen, sondern grundsätzlich bei jeder Art von Erde, da neben der Besiedlung mit Schädlingen auch das Auswaschen von Nährstoffen und der Pilzbefall bei im Freien gelagerter Erde extrem groß ist. Hier zeigt sich nebenbei dann auch klar die Kompetenz und Qualität des Händlers!)

Wie bereits erwähnt, vermehren sich die Fliegen gerne in feuchtem Milieu. Nasse Zimmerpflanzen-Erde, womöglich noch im Freien und ungeschützt gelagert, ist da ein idealer Brutplatz.

Im Gartencenter werden uns zudem Insektizide und Klebetafeln angeboten um die lässtigen „Schädlinge“ zu bekämpfen. Bei Zimmerpflanzen sollten chemische Produkte (ähnlich wie bei Nahrungspflanzen) möglichst keine Verwendung finden. Klebetafeln und ggf. ein Wechsel des Subtrates sollten für die allermeisten Fälle ausreichend sein. Hingegen können bei größeren Kulturen im Gewächshaus und im Wintergarten biologische Mittel, wie

  • SF- Nemathoden (Steinernema feltiae) und
  • Bt-Toxine (Bacillus thuringiensis israelensis)

eine gezielte Verwendung finden.

Da diese Mittel, ähnlich wie einzelne chemische Präparate jedoch mit dem Gießwasser ausgegeben werden, sollte man sich vorher überlegen ob dies im individuellen Falle Sinn macht. Denn ein zusätzlicher Schuss Wasser in einer ohnehin zu nassen Blumenerde bringt auch mit einem Schädlingsbekämpfungsmittel in Kombination, mehr Nachteile mit sich als Vorteile. Wenn Sie jedoch viele Kübelpflanzen auf diese Weise behandeln wollen, sind solche lebenden Organismen sehr Hilfreich und ein sehr bewährtes Mittel. Das zusätzliche Aushängen von Gelbtafeln reduziert sich dann auf die reine Befallsüberwachung.

Die Verwendung einfacher Klebesticks wie

  • Gelbtafeln

ist dabei, wie bereits erwähnt, nicht nur frei von Nebenwirkungen und gerade bei vereinzelt befallenen Blumentöpfen die am schnellsten umgesetzte Lösung, sondern auch noch ganzjährlich anwendbar. Die kleine Fliegen erscheinen ja schießlich nicht nur zum zeitigen Frühjahr als Plagegeister an unseren Zimmerpflanzen sondern auch in Form von Fruchtfliegen im Sommer. Zudem fangen Gelbtafeln auch direkte Pflanzenschädlinge wie Blattläuse ein und mindern so das Befallsrisiko enorm. Das sie zudem gänzlich unbedenklich für unsere Gesundheit sind und praktisch in jeder Pflanzenkultur und gegen nahezu jeden fliegenden Schädling zum Einsatz kommen können, macht die Gelbtafel zu einem wertvollen Hilfsmittel in unserer heimischen Pflanzenapotheke!

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Trauerm%C3%BCcken

Knaurs Gartendoktor, Ingrid Pfendner, Knaur Ratgeber Verlage, 2007

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