Buchsbaumzünsler – Wie abwähren?

Seit Jahren quält der Buchsbaumzünsler Gärtner und Gärten mit einem anscheinend unstillbaren Hunger auf die Blätter des so beliebten Buchsbaums. Was um so tragischer ist, da der Buchsbaum durch seinen langsamen Wuchs ein beliebtes Form- und Heckengehölz ist (was ihn für manch einen Gärtner zu einer echte Besonderheit macht – mit nicht selten auch größerem materiellen Eigenwert). So sind Berichte von Gartenbesitzern bekannt, denen nahezu in einer Nacht eine ganze Anzahl an Buchsbäumen niedergefressen wurden. Da dies in vielen Fällen auch den Tod der gesamten Pflanze ausmacht lässt es sich erahnen, wie dramatisch es ist, Buchsbäume in seinem Garten sein Eigen nennen zu müssen.
Zwar haben viele Gärtnereien diese Pflanzen entweder ganz aus dem Sortiment genommen, oder vielfach auch auf die wenigen (bislang) nicht so stark betroffenen Sorten (z.B. Buxus microphylla) reduziert. Doch dies hat der Beleibtheit des Strauches, sowie der Population des Zünslers bislang nur wenig bis gar nicht geschadet. Und man darf ja auch sagen, dass nicht alle Regionen gleichermaßen von dem Schädling befallen werden. So kann es sein, dass der Buchsbaumzünsler in der einen Region wütet während keine drei Kilometer weiter kein einziger Buchsbaum zu Schaden kommt.

Wer oder Was ist dieser Buchsbaumzünsler
Der Buchsbaumzünsler ist ein Falter (urspr. aus Asien) der seine Eier auf der Unterseite der Buchsbaumblätter ablegt – daher der Name. Bei Temperaturen ab 7ºC schlüpfen die Larven des Zünslers in Form einer Raupe und machen sich während der verschiedenen Verpuppungsphasen mit Genuss über die Blätter her. Da der weibliche Falter nicht befallene Sträucher bevorzugt, ist der Bedarf an Pflanzen zur Eiablage recht hoch, vor allem da mit jeder Generation eine größere Population entsteht. Waren vor etwa 10 Jahren (mit dem ersten Auftreten des Buchsbaumzünslers) noch recht wenige Regionen im Süden Deutschlands betroffen, so ist dieser Schädling bis heute in nahezu ganz Europa vertreten. Waren es zudem Anfangs noch etwa 3 Generationen die sich pro Jahr entwickelt haben, ist dies bereits auf vier bis fünf Generationen angestiegen – nicht zuletzt durch den kontinuierlichen Temperaturanstieg der letzten Jahre. Fatal ist auch, dass dieser von uns selbst eingeschleppte Schädling bislang kaum natürliche Feinde hat. Zwar hört man hin und wieder von einigen heimischen Vogelarten die sich über manch einen befallenen Strauch hergemacht haben sollen. Nur leider gibt es von diesen Vögeln auch immer weniger und die wenigsten von ihnen kommen auf die Idee im Innern der Buchsbäume nach Nahrung zu suchen, was die Aussichten nicht wesentlich verbessert. Alleine die Tatsache, dass die Blätter des Buchsbaums für Vögel giftig und somit ungenießbar sind, verhindert eine schnelle natürliche Populationseindämmung. Und auch für den Gartenbesitzer ist es nicht so leicht den Befall des Buchsbaums zeitig festzustellen – wer schaut schon regelmäßig in seine Buchsbäume. Wird der Befall auch außen sichtbar, ist es meistens für eine vollumfängliche Rettung der Pflanze zu spät. Denn auch wenn man es schafft die Plagegeister zu vernichten bleibt ein optischer Schaden zurück, der über längere Zeit sichtbar bleibt. Zudem kommt man um eine ausgiebige Behandlung der Pflanze nicht herum, denn die geschwächte Pflanze wird zudem auch anfälliger für Pilzerkrankungen und weitere Schädlinge.

Was hilft gegen den Buchsbaumzünsler
Bis vor einigen Jahren konnten im Haus- und Kleingartenbereich nur Kontaktgifte, wie beispielsweise Pyrithrine oder Neem, halbwegs erfolgreich gegen den Schädling eingesetzt werden. Doch deren Nachteil liegt in der Wirkungsweise, denn Kontaktgifte müssen frisch auf die Haut der Tiere aufgebracht werden um zu wirken. Da die gefräßige Raupe des Buchsbaumzünslers jedoch zu Anfang recht klein und zudem unter den Blättern des Strauches versteckt lebt, ist es nicht so ganz einfach alle Tiere mit diesem Gift in Kontakt zu bringen. Zudem befindet sich die Raupe während ihrer unterschiedlichen Umwandlungsphasen in einem Kokon der sie vor Fressfeinden und äußerlichen Einwirkungen (wie etwa Pflanzenschutzmitteln) schützt.
Auch der Versuch systemische Pflanzenschutzmittel wie etwa Calypso von Bayer oder Careo von Scotts-Celaflor gegen den Schädling einzusetzen ergaben keine besseren Ergebnisse. Denn entgegen anderer Vermutungen sind die Zünsler gegen den Giftstoff der in die Pflanzen einzieht und von innen wirken soll, immun. Das einzige was bei diesen systemischen Mitteln hilft, ist die ebenfalls enthaltene Kontaktwirkung mit den bereits erwähnten Nachteilen. Außerdem besteht die Gefahr, dass diese Mittel zur falschen Zeit ausgebracht und dadurch andere Insekten/Tiere geschädigt werden können, was alles andere als im Sinne des Gärtners sein sollte.
Seit einigen Jahren sind nun Präparate mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis die Mittel der Wahl. Dabei handelt es sich um ein Bakterium das den Darm der Raupen besiedelt und durch Zerstörung zu Tode bringt. Einziger Wermutstropfen ist, dass dieses Präparat möglichst frisch auf die Raupen gelangen muss und eine regelmäßige Kontrolle der Pflanzen weiterhin erforderlich ist. Andere Tiere werden jedoch nach aktuellem Kenntnisstand nicht negativ beeinflusst.

Ganz neu seit 2017
Als Neuheit bieten als erste Unternehmen die Fa. Neudorff und die Fa. Bayer Garten eine Pheromonfalle als Indikator und Bekämpfungsmittel an:

Diese sogenannte Buchsbaumzünsler-Falle von Neudorff besteht aus einem dreieckigen Kunststoffhaus, das nach einem schnellen Zusammenbau mit einer auswechselbaren Klebefläche befüllt wird auf der zuvor ein Lockstoff (Pheromon) positioniert wurde. Das ganze Gebilde sollte nun in direkter Nähe zu den Buchsbäumen aufgehangen werden. Mit Hilfe des Pheromons wird dabei der männliche Falter angezogen, wodurch dieser auf der klebrigen Oberfläche genauso haften bleibt wie man es von den sogenannten Gelbtafeln her kennt. Da diese so abgefangenen Falter nicht mehr in der Lage sind die weiblichen Falter zu begatten, erfolgt mit Hilfe der Falle(n) eine indirekte Populationsbekämpfung. Zusätzlich empfiehlt der Hersteller eine wöchentliche (also regelmäßige) Kontrolle der Falle und einen Einsatz zusätzlicher Spritzmittel, wie dem herstellereigenen Bacillus thuringiensis Präparat Raupenfrei Xentari, sobald der erste Falter gefangen wurde.

Die Falle der Fa. Bayer Garten ist hingegen für größere Flächen bis ca. 180 Quadratmeter ausgelegt. Die stabile Kunststofffalle, deren Wirkstoff im Vergleich zur Neudorff Falle mehrere Monate wirksam ist, entspricht einer klassischen Insektenfalle die ebenfalls im Bereich der Buchsbäume aufgehangen werden sollte.  Einflugkerben in der Falle sollen verhindern, dass unnötigerweise die falschen Insekten gefangen und getötet werden.

Für die Saison 2017 bleibt abzuwarten, wie gut diese Bekämpfungsmethoden wirklich sind. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu Letzt!

Buchsbaumzünsler-Falle

Neudorff® Neudomon® Buchsbaumzünsler-Falle

Inhalt der Buchsbaumzünslerfalle

Neudorff® Neudomon® Buchsbaumzünsler-Falle

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