Wieviel Wasser braucht der Rasen?

Wie viel und wie oft sollte bewässert werden?

Die Beantwortung dieser Frage ist sehr stark von den örtlichen Gegebenheiten abhängig und kann nicht für alle Standorte pauschal beantwortet werden. Ein grundsätzliches Maß ist die Bodenfeuchte in einer Durchwurzelungstiefe von bis zu 10 cm. Ist der Boden hier und in der angrenzenden Schicht noch erdfeucht, so darf auf das zusätzliche Bewässern gerne verzichtet werden. Sind in dieser Tiefe schon trockne Stellen zu verzeichnen, sollte eine intensive Bewässerung möglichst bald vorgenommen werden. Ist der Boden hingegen schon größtenteils durchgetrocknet (deutlich sichtbar in der Farbe der Gräser und ggf. durch Rissen in der Bodenkruste), kann eine Wassergabe zwar dabei helfen das allerschlimmste noch zu verhindern, jedoch werden Schäden in der Rasenfläche nicht mehr abzuwenden sein. Wenn dieser Fall eingetreten ist, sollte eine kontinuierliche Bewässerung nur in einzelnen Etappen durchgeführt werden, um ein Verschlämmen des Oberbodens bzw. Fützenbildung zu verhindern.

Zur Einschätzung des Wasserbedarfs kann neben der einfachen und unkomplizierten Spatenprobe auch auf technische Hilfsmittel, wie z.B.  einem einfachen Bodenfeuchtesensor und professionellen Bodenfeuchte-Messgeräten, zurückgegriffen werden. Gerade bei Neuanlagen oder noch „fremden“ Grundstücken sind diese technischen Hilfsmittel in Verbindung mit einem Bewässerungsautomat sehr nutzbringend und zu empfehlen. Als geübter Gärtner wird man allerdings mit der Zeit auch ein Gefühl dafür entwickeln, wie viel Wasser der eigene Rasen benötigt.

Nicht zu unterschätzen ist jedoch die Wassermenge, die aufgebracht werden will, wenn beispielsweise Trockenheitsperioden unseren Rasen belasten. Eine 50 mRasenfläche kann auf diese Weise schnell 500-750 Liter Wasser benötigen, um für einige Tage gut versorgt zu sein. Sofern die Trockenheit mehrere Wochen andauert ist diese Menge mindestens einmal pro Woche aufzubringen, was ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor sein kann! Die letzten Jahre mit den stetig zunehmenden Frühjahrstrockenheiten lassen darauf schließen, dass eine externe Bewässerung für die meisten Gartenbesitzer eher die Regel als die Ausnahme darstellen wird. Von daher sollte sich jeder Gärtner überlegen, ob und in wie weit diese Bewässerung durch das teure und kostbare Leitungswasser vorgenommen wird, oder ob es nicht sinnvoller sein kann in einen eigenen Brunnen oder eine Zisterne zu investieren. Auch die Anschaffung eines Bewässerungsautomat kann sich lohnen, um eine möglichst sparsame und effektive Verteilung des Beregnungswassers zu garantieren. Zusätzlich kann mithilfe dieser Automatisierung die Wahl des richtigen Bewässerungszeitpunktes optimal gesteuert werden. So ist in der Regel die frühe Morgenstunde (noch vor Sonnenaufgang) der ideale Zeitpunkt den Boden zu befeuchten. In dieser Zeit wird dem Boden genügend Gelegenheit gegeben das auftreffende Wasser aufzunehmen und zu speichern ohne dass dieses schon teilweise beim Beregnen durch das eintreffen der Sonnenstrahlen verdunstet.

Sollten sie auf technische Hilfsmittel, wie Bodenfeuchtesensor oder Bewässerungsautomaten verzichten wollen, ist es sinnvoll einen Niederschlagsmesser im Bereich der Beregnungsfläche aufzustellen. So kann zuverlässig kontrolliert werden, ob die vorgenommene Wassermenge auch wirklich erreicht wird.

In diesem Zusammenhang sei zusätzlich noch darauf hingewiesen, dass tagsüber auch bei bedecktem Himmel und sogar in sehr trocknen und warmen Nächten eine stärkere Bodenverdunstung stattfindet. Auch diese Faktoren sollten bei einer Bewässerungsplanung berücksichtigt werden.

 

Welchen Einfluss der Säuregehalt, sprich der pH-Wert auf den Boden und somit auf unsere Gräser hat und wie SIe diesen verbessern können lesen Sie im fünften Teil dieses Themenschwerpunktes Rasen unter WANN WIRD DER RASEN GEKALKT?

2 Kommentare

  • Hallo und guten Tag,

    erstmal herzlichen Dank für die sehr wertvollen und gut verständlichen Informationen.

    Eine erfahrene Gärtnerin kennt eine Faustregel fürs Gießen: eine 10l-Gießkanne auf einem Quadratmeter gleichmäßig verteilt durchnässt einen Durchschnittsboden ca. 10cm tief. Von daher ist auch die Wassermenge von ca. 500 (plus x)Liter für 50 qm Rasenfläche verständlich.

    Lieben Gruß
    Ingo Riecker

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