Der richtige Untergrund

Gräser können ungemein widerstandsfähig sein. Wir begegnen Ihnen fast überall wo die Natur sich ihr Territorium zurück erobern will: in Pflasterfugen, auf Brachflächen und Schutthalden und sogar im Dünensand in dem allgemein die Lebensbedingungen äußerst schwierig sind.

Doch auch wenn die einzelnen Gräser mitunter auf den vielfältigsten Standorten anzutreffen sind, unterscheiden sie sich doch maßgeblich von den Gräsern unserer Rasensaatgut-Mischungen denn Gräser sind nicht gleich Gräser. Was sich in freier Natur noch als robuste Grasbüschel-Wiese herausstellen mag, sollte doch in unseren Gärten eher als gleichmäßiger und flacher grüner Teppich angelegt sein. Daher wird bei der Zusammenstellung der Saatgut-Mischungen auch sehr darauf geachtet, in erster Linie Gräser zusammenzustellen, die sowohl einen schönen Wuchs besitzen als auch eine gute Schnittverträglichkeit mitbringen. Das Ergebnis dieser Selektion ist zwar ein optisch ansprechendes aber dafür auch recht empfindliches Sammelsurium so genannter Rasengräser.

Die Kunst bei der Anlage und späteren Pflege des grünen Teppichs ist es, die gleichmäßig verteilte Vielfältigkeit der Rasengräser beizubehalten und einen übermäßig starken Auswuchs oder Rückgang einzelner Gras-Sorten zu vermeiden. Diese Problematik ist jedem Hobbygärtner bekannt, wenn die erstmals sorgfältig und gleichmäßig gewachsene Fläche nach einiger Zeit anfängt zu verwildern. Dafür verantwortlich ist in vielen Fällen die unterschiedliche Widerstandsfähigkeit einzelner Gräser die vor allem dann zustande kommt, wenn aufgrund unterschiedlicher Boden- und Lichtverhältnisse der Wuchs empfindlicher Gräser beeinträchtigt und der Wuchs robusterer Gräser stärker gefördert wird. Einen anspruchslosen Rasenliebhaber wird diese natürliche Anpassung bestimmt nicht zur Verzweiflung bringen. Ärgerlich wird es erst, wenn mithilfe teurer Saatgut-Mischungen ein „englischer“ Rasen angelegt wurde, dieser aber mit der Zeit seine Gleichmäßigkeit verliert, weil einzelne Gräser überhand nehmen.

Doch wie muss der Untergrund beschaffen sein, um einen gleichmäßigen Wuchs der Gräser zu gewährleisten?

In erster Linie ist darauf zu achten, dass gleichmäßige Bodenbedingungen auf der gesamten zukünftigen Rasenfläche vorherrschen. Punktuell auftretende Staunässe-Bereiche oder bindige, lehmige oder steinige Bodenschichten sollten vermeiden werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der lässt den vorhandenen Untergrund in einer Stärke von 10-15cm abtragen und mit einer geeigneten Mischung aus Humusreichem Oberboden (Mutterboden) und Sand auffüllen. Dadurch entsteht ein einheitliches Saatbett, dass sowohl eine gleichmäßige Nährstoffversorgung als auch eine gute und leichte Durchwurzelung der jungen Gräser sicherstellt. Zudem trägt diese lockere Schicht dazu bei, Wasser in ausreichender Menge speichern zu können ohne dass es zur Staunässe kommt. Dabei spielt es im Grunde genommen auch keine Rolle, ob die Fläche später mit Rollrasen belegt wird oder Saatgut zum Einsatz kommt.

Natürlich ist der Einsatz von Rollrasen im Gegensatz zur Direktsaat mit einer hochwertigen Saatgut-Mischung mit etwas höheren Kosten verbunden. Und mit Sicherheit werden Sie als Gartenbesitzer vorher gut abwägen, welche Art von Rasen für sie wichtig ist. Gegebenenfalls werden sie auch nur einen Teil der Bodenfläche austauschen müssen um eine einheitliche Bodenstruktur zu erhalten. Aber mit Sicherheit werden sie Ihren Boden aufarbeiten müssen. Dies gelingt entweder bei kleineren Flächen mit Hilfe des Spatens (Umgraben) oder aber bei größeren Flächen mit einer Gartenfräse. Und auch das Einarbeiten von etwas Sand in Kombination mit Humusreicher, lockerer Erde ist in diesem Fall eine Maßnahme, die sie nicht vermeiden lässt. Doch wenn Sie einen gleichmäßigen und hochwertigen grünen Teppich in Ihrem Garten anlegen möchten, kommen Sie in der Regel um den oben erwähnten Austausch des Oberbodens nicht herum.

 

Ist Ihnen eigentlich Bewusst wie viel Wasser Ihr Rasen so braucht? Lesen Sie weiter im vierten Teil des Themenschwerpunktes Rasen unter WIEVIEL WASSER BRAUCHT DER RASEN?

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