Licht und Schatten

NYXEgal ob Sie einen Rasen neu anlegen, oder Ihre bereits vorhandene Rasenfläche ansehnlich erhalten möchten: die auf dem Rasen ankommende Lichtmenge ist von sehr großer Bedeutung. So kann es durchaus sein, dass Sie bei der Anlage Ihres Gartens noch gar nicht so auf Schatten werfende Pflanzen, wie Bäume oder Sträucher geachtet haben, da diese noch relativ klein und übersichtlich positioniert gepflanzt sind. Doch schon nach einigen Jahren hat sich dann das Blatt gewendet: die Pflanzen haben ihre maximal Höhe womöglich schon erreicht, oder sind auf dem besten Weg dorthin und sorgen so zwar auch für sommerlich erträgliche Schatteninseln, nehmen dem Rasen jedoch unter Umständen das Licht für einen ausgeglichenen Stoffwechsel.

Natürlich mag jetzt der erfahrenere Gärtner auf den im Handel angebotenen Schatten-Rasen verweisen, der ein gleichmäßiges Grün unter Bäumen verspricht. Doch hier sollte man sich nicht zu früh freuen! Denn Sonne, Halbschatten und Schatten sind keine festen Größen sondern individuelle Standortsituationen die nicht zuletzt auch von der zeitlichen Vegetationsphase der Pflanze aus gesehen werden müssen. Da eine Rasensaatmischung, wie der Name schon sagt, aus Samen vieler Gräser besteht, deren Lebensraum unterschiedlichster Natur sein kann, lassen sich Saatmischungen für die verschiedensten Standortfaktoren zusammenstellen. Doch auch hier sind ganz natürliche Grenzen gesetzt. Zum einen in Bezug auf die Qualität der Gräser (Aussehen und Wuchs der Halme, Schnittverträglichkeit, Wasserbedarf, etc.) und zum anderen in Bezug auf die minimalen Lichtbedürfnisse. Und da unsere hierzulande besonders geschätzten Rasengräser eher als Licht hungrig anzusehen sind, wird auch die Verwendung von Schatten-Rasen an einem durchweg dunklen Ort des Gartens keine zufriedenstellenden Ergebnisse mit sich bringen.

Doch es sei auch angemerkt, das die Bezeichnung „Licht“ nicht unbedingt nur direkten Sonneneinfall meint, sondern es sich in erster Linie auf die allgemein bekannte Eigenschaft der Helligkeit bezieht, verursacht durch Lichteinwirkungen der Sonne. So kann es sein, dass sich eine Rasenfläche im Schatten ganz unproblematisch von ihrer besten Seite präsentiert, da das herab strahlende Sonnenlicht zum Beispiel von einer benachbarten weißen Hauswand reflektiert wird. Oder das der Schatten eines einzigen großen Baumes zwar über der Rasenfläche schwebt, dieser sich aber mit der wandernden Sonne verschiebt wodurch der Rasen ebenfalls das notwendige Licht erhält. Auch wenn für uns augenscheinlich ein Standort als sonnig oder halbschattig erscheint, muss dies nicht zwangsläufig der Realität entsprechen. In einigen Pflanzenbüchern wird daher zusätzlich zu den Angaben Licht, Schatten, Halbschatten auch die ideale Lichtintensität in Lux (lx) angegeben. Dabei gelten folgende Lux-Werte als Anhaltspunkt:

  • sonniger Standort: 3.000-5.000 lx
  • heller Standort: ab 2.000 lx
  • haldschattiger Standort: 1.000-2.000 lx
  • schattiger Standort: um 1.000 lx

Mit Hilfe sogennanter Lux-Meter, also „Lichtmessgeräten“, lässt sich die genaue Standortsituation ermitteln. Da jedoch auch hier die gärtnerische Erfahrung im Laufe der Zeit ein Gespür für die richtige Standortbestimmung mit sich bringt, dürfte die Anschaffung solch eines Geräts in erster Linie den professionellen Pflanzenbauern nützlich sein. Wer als Hobbygärtner auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich entsprechende Geräte sicherlich bei dem Einen oder Anderen Gartenbaubetrieb oder Gartencenter ausleihen oder evtl. sogar eine Standortberatung durch einen erfahrenen Gärtner, durchführen lassen. Dieser wird dabei sicherlich nicht nur den aktuellen Lichtwert für seine Empfehlungen heranziehen, sondern auch die jahreszeitlich bedingten Lichtveränderungen auf Grundlage der geografischen Ausrichtung und Lage des Grundstückes zugrunde legen. Solch eine Beratung wird daher für die meisten Gartenbesitzer den größeren Nutzen mit sich bringen.

Grundsätzlich empfiehlt sich darauf zu achten, dass die Rasenfläche genügend Licht bekommt, was von Zeit zu Zeit überprüft werden sollte. Das nachsäen mit Schatten-Rasen ist sicherlich in der ersten Zeit eine Möglichkeit, aufgrund von Lichtmangel entstandene kahle Rasenbereiche vorübergehend aufzufrischen. Mittelfristig wird zumindest bei größeren Pflanzen oder Schatten werfenden Gebäuden eine Umgestaltung der Fläche mit Standort angepassten Pflanzen, die bessere Wahl darstellen. Bei Neuanlagen empfiehlt sich zudem die beratende Unterstützung durch einen erfahrenen Gärtner.

Nicht nur das Licht ist wichtig für Ihren Rasen, auch der Boden hat entscheidenden Einfluss auf Ihr Gelingen. Lesen Sie mehr dazu im dritten Teil des Themenschwerpunktes Rasen unter DER RICHTIGE UNTERGRUND!

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