Wann wird der Rasen gekalkt?

In den letzten Jahren hat das Thema Kalkdüngung wieder einen vorderen Platz in so manchen Foren und Ratgeberblogs erhalten. Auch wenn der eine oder andere Gartenbesitzer nicht großartig bewandert sein mag, was den richtigen und effektiven Einsatz von Düngern angeht, so scheint doch sehr Vielen bekannt zu sein, dass im Winter Kalk ausgegeben wird. Doch wann ist der beste Zeitpunkt hierfür? Zu Beginn des Winters oder erst zum Ende? Bei gefrorenem Boden oder lieber bei Schnee? Und warum ist Kalk überhaupt wichtig für den Rasen?

Viele Gärtner, viele Meinungen

Es verwundert sicherlich nicht, dass hier ein „Experte“ dem Anderen das Wasser abzugraben versucht und sich somit die Empfehlungen für alle nur möglichen Zeitpunkte im Winter finden lassen. Und was die Gründe für eine Kalkdüngung sind, erfährt man auch oft nur bruchstückhaft; Kalk ist eben eine Art von Dünger der auszubringen ist.

In der Tat ist der Winter ein sehr günstiger Zeitpunkt um zu kalken! Um aber noch genauer auf diesen „Dünger“ einzugehen, muss man etwas tiefer in die Materie eintauchen. Da jedoch nicht alle Gartenbesitzer auch gleich ambitionierte Chemiker sind, soll es an dieser Stelle nur vereinfacht dargestellt werden – und das auch (gemäß diesem Bolg) nur für den speziellen Fall des Rasens:

Warum wird der Rasen gekalkt?

Rasengräser bevorzugen je nach Boden einen pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0 (bis 6,5 bei stark tonigen (schweren) Böden). Innerhalb dieses Bereichs ist die Löslichkeit der Nährstoffe für Gräser am höchsten, d.h. die Pflanze hat innerhalb dieser pH-Wert Spanne die beste Möglichkeit an alle notwendigen Nährstoffe zu gelangen (sofern sie im Boden vorhanden sind!). (Siehe auch Tabelle 2 unter http://de.wikipedia.org/wiki/Boden-pH#cite_note-1). Außerhalb dieser Werte wird es für den Rasen schwer bis unmöglich einen ordentlichen, und aus Betrachter Sicht, schönen Wuchs beizubehalten bzw. zu entwickeln. Mangelerscheinungen sind die Folge, die natürlich auch optisch der Rasenfläche als Ganzes zusetzen. Da zudem eine pH-Wert Absenkung zu einer Verschlechterung des Bodengefüges beiträgt, ist es bei kultivierten sauren Böden anzuraten, diese mit Hilfe von Kalk in einem pflanzenverträglichen pH-Wert Gleichgewicht zu halten – Nährstoffe werden verfügbarer und Bodeleben gefördert.

Zudem unterliegt der Boden ganz natürlichen Abbauprozessen die zu einer langsamen Versauerung führen, genauso wie saure Niederschläge und einiges mehr. Die Spannbreite der Zweckmäßigkeit einer regelmäßigen Kalkung ist also sehr groß!

Nur saure Böden werden gekalkt!

Es dürfte nun also verständlich sein, dass nicht alle Böden pauschal gekalkt werden müssen, sondern wenn überhaupt nur die sauren Böden (pH-Wert unter 5,5 – 6). Ein pH-Wert Test bringt hier Sicherheit.

Doch bevor man nun unbekümmert mit dem Ausbringen von Kalk beginnt, sollte man sich erst einmal die Frage stellen, ob die Versauerung des Boden nur natürlichen Ursprungs ist oder ob es noch weitere Problemquellen gibt? Liegt es an länger anhaltender Staunässe aufgrund verdichteter Bodenschichten, dann wird eine Bodenkalkung alleine keine große Veränderung bewirken. In diesem Fall sollte eher auf eine Aufbesserung des Unterbodens Wert gelegt werden oder an den Einbau einer Drainage. Liegt die Rasenfläche dagegen im Schatten eines Hauses oder Baumes und lässt daher die Rasenfläche nicht richtig abtrocknen, müsste überlegt werden, ob die Fläche sich nicht evtl. anderweitig nutzen ließe – eine Kalkung könnte auch hier nur minimale Veränderungen bewirken und das Problem sicherlich nicht im Ganzen lösen. Und ein ganz wichtiger Fragepunkt richtet sich natürlich noch an die Düngung der Rasenfläche im Jahresverlauf: Wie häufig und wie intensiv wird die Rasenfläche gedüngt? Stickstoffdünger wie z.B. Ammoniumsulfat fördern eine Bodenversauerung. In diesem Fall sollte man sich überlegen, ob diese Art der Nährstoffgaben wirklich notwendig sind und ob nicht auf alternative Düngemethoden zurückgegriffen werden kann, die weniger negative Einflüsse auf den Säuregrad des Bodens haben.
Auch ein sehr häufig falsch interpretierter Faktor ist das auftreten von Moos im Garten. Hier ist nicht immer nur ein zu tiefer pH-Wert daran Schuld – der falsche Kalk kann in diesem Fall sogar einen negativen Einfluss auf die Standorte haben.

Keine Düngung ohne Bodenuntersuchung!

Zugegeben, es hört sich sicherlich etwas pedantisch an für eine einfache Rasenkalkung gleich eine Bodenuntersuchung einzufordern. Und für einen erfahrenen Gärtner wird sich diese Frage auch nicht stellen – er weiß aus langjähriger Erfahrung wann eine Untersuchung für seinen Boden Sinn macht. Doch welcher Gartenbesitzer hat schon solche Erfahrungen. In den meisten Fällen wird nach Herstellervorgaben oder auf Empfehlung durch Hörensagen gedüngt – da unterscheidet sich manch ein Profi nicht vom Laien. Eine Versauerung des Bodens kann jedoch, wie bereits erwähnt, vielfältige Gründe haben, die es auszuloten bedarf. Und nicht immer ist dabei die Kalkung das beste Mittel der Wahl.

Eine pauschale Kalkung birgt auch Risiken für den Rasen!

Einfachstes Beispiel ist der Klee. Diese Pflanze ist kalkliebend weshalb viele Gartenratgeber dringend davon abraten den Rasen zu kalken – Klee breitet sich nach einer Kalkdüngung schneller aus als unsere Rasengräser. Hinzu kommt, dass die meisten Rasenflächen im Sommer unter den Einflüssen intensiver Beregnung mit Leitungswasser stehen. Vielerorts ist aber gerade das Leitungswasser mit einem gewissen Kalkanteil versehen, was automatisch zu einer indirekten Düngung des Bodens führt. Noch mehr Kalk würde zwar Boden und Rasen nicht unbedingt schaden, bietet aber u.U. auch keinen besonderen Nutzen und wäre daher eher rausgeschmissenes Geld.

Auch der schon erwähnte Wunsch Moos mit Hilfe des Kalkes zu verbannen ist nicht immer der passende Weg. Eher trockne Standorte unter oder neben Bäumen, Hecken, Sträuchern oder sogar großen Ziergräsern an denen sich Moos ansiedelt haben weniger mit dem pH-Wert zu tun als mit der Tatsache, dass die großen Gewächse den kleinen Rsengräsern schlicht und einfach das Wasser und die Nährstoffe wegschnappen. In diesen Bereichen sollte eher die Düngemenge und die Bewässerungsintensität überdacht und angepasst werden.

Empfehlenswert ist es daher, den Rasen lieber indirekt im Gleichgewicht zu halten, indem dieser ein bis zweimal im Jahr mit reifen Kompost versorgt wird. Der Kompostboden hilft dabei die Humusschicht im Boden weiter aufzubauen, fördert die Speicherfähigkeit von Wasser im Boden und liefert zudem einen ausgeglichenen Anteil an Nährstoffen mit. Eine Übersäuerung des Bodens ist mit Kompost genauso wenig möglich wie eine „Überkalkung“. Wird der Boden zudem regelmäßig im Frühjahr vertikutiert und belüftet, sowie innerhalb der Vegetationsperioden z.B. mit Hilfe der Mulchmahd gemäht, erübrigt sich in der Regel die Ausbringung zusätzlicher Dünger, wozu auch Kalk gehört. Bedenken sollte man nur, dass Kompost ein weiches und nicht sehr druckstabiles Material ist. Dies bedeutet in diesem Fall also, dass der Auftrag nur recht dünn erfolgen sollte um später keine tiefen Laufspuren zu erhalten. Auch sollte nur wirklich ausgereifter Kompost verwendet werden (1,5 – 2 Jahre alt und ohne Geruch), da frischer Kompost Pilze beinhaltet, die den Gräsern Probleme bereiten können.
Qualitativ hochwertigen Kompost erhalten sie nicht nur beim Garten- und Landschaftsbaubetrieb ihrer Wahl. Auch viele Baustoffhändler und regionale Kompostwerke bieten diesen genauso zum Verkauf. Auch in Form Von Sackwaren können Sie sogenannten Gärtnerkompost
in vielen Gärtnereien und Baumärkten erhalten.

Wann macht eine Kalkung überhaupt Sinn?

Sofern ein Bodentest einen wesentlich zu niedrigen pH-Wert signalisiert, wäre eine ausreichend bemessene Kalkgabe durchaus empfehlenswert (Kosten-Nutzen Verhältnis abwägen) um eine Verbesserung herbeizuführen. Sollte die Kalkung jedoch nur für einen kleinen Zeitraum zu einer Erhöhung des pH-Werts beitragen (regelmäßige Messungen vorausgesetzt), wäre es sinnvoller weitere Maßnahmen zur Sanierung der Rasenfläche in Erwägung zu ziehen und die eigene Düngepraxis zu überdenken.

Ganz besonders empfehlenswert kann eine Kalkung des Bodens bereits bei der Anlage einer Rasenfläche sein. Der Boden des zukünftigen Rasens ist in diesem Stadium besonders gut zugänglich, wodurch eine Bodenverbesserung am effektivsten durchzuführen ist. Auch eine Bodenprobe lässt sich so im Wege der Neuanlage auf sehr einfache Weise entnehmen, wodurch eine Auswertung, u.U. auch während der Aufarbeitung des Bodens, möglich ist.

Wird Komposterde für die Einarbeitung in den Rasen verwendet, kann es durchaus Sinn machen, Kalk bereits bei der Kompostherstellung in Form von Gesteinsmehl dem Kompost beizumengen. Vor allem bei Kompostern die nur sehr selten umgesetzt werden verbessert dies die Qualität des späteren Fertigkompostes. Aber auch hier noch einmal die bereits erwähnte Warnung: Zum Auffüllen von Unebenheiten ist Kompost aufgrund seiner feinen Struktur nicht geeignet. Auch auf die Verwendung von frischem Kompost sollte zu Gunsten der Gesunderhaltung der Gräser verzichtet werden.

Welcher Kalkdünger ist empfehlenswert?

Der Markt bietet unterschiedliche Kalkprodukte an, die für unterschiedlichste Zwecke und vor allem auch Böden angewendet werden können. Trotz dieser Vielfalt an Angeboten sollte  man sich im Garten auf den langsamer wirkenden kohlensauren Kalk (CaCO3) beschränken. Oftmals werden Kalkprodukte auch speziell für den Rasen angeboten, diese sind ebenfalls zu empfehlen. Ganz verzichtet werden sollte jedoch auf die Anwendung von Brant- oder Löschkalke da diese nicht nur gefährlich in der Anwendung sondern auch für den normalen Garten absolut ungeeignet sind.

Und welcher Zeitpunkt ist dafür am besten?

Obwohl Kalk das ganze Jahr über ausgegeben werden kann (je nach verwendeten Präparaten sogar gleichzeitig mit anderen Düngemitteln) gibt es zwei besonders günstige Zeitpunkte zur Anwendung von Kalk auf unseren Rasenflächen:

  • Der Zeitpunkt der Schneeschmelze bei noch gefrorenem bzw. schon auftauendem Boden
  • Bei schweren Böden in Verbindung mit einer Bodenbelüftung und/oder Vertikutierung.

Saure Niederschläge sorgen gerade in den schneereichen Wintertagen für eine stärkere Versauerung der Bodenkrumme, da der Boden aufgrund von Frosteinwirkungen noch nicht durchlässig genug ist um diese abzuleiten. Die Folge dieser Aufkonzentration ist eine Auflösung der Kalzium-Kittsubstanzen zwischen den Bodenteilchen, was einen Strukturzerfall zur Folge hat. Eine Kalkgabe zu diesem Zeitpunkt ist daher besonders anzuraten! (Quelle: Kalkdüngung – Basis für fruchtbare Böden S.5, J. Galler, Landwirtschaftskammer Salzburg, 1. Auflage 2008)

Zusätzlich kann als bodenverbessernde Maßnahme auf schweren und z.T. undurchlässigen Böden im Anschluss an eine Bodenbelüftung, bzw. Vertikutierung eine Mischung aus Kalk und Sand ausgebracht werden. Durch die geöffnete Oberfläche lassen sich beide Stoffe sehr gut in den Rasengrund einarbeiten und erlangen somit direkten Zugang in die Bodenstruktur in der sie ihre Wirkung auf Bodenleben und Krümmelstruktur entfalten können.

Kurzes Fazit

  • Eine Kalkdüngung ist sinnvoll bei einem zu niedrigen pH-Wert des Bodens und um schwere Böden in ihrer Krümmelstruktur zu verbessern.
  • Besonders Anzuraten ist das Kalken zum Zeitpunkt der Schneeschmelze um einer Anreicherung saurer Nierderschlagsrückstände in der Bodenkrumme und ihren negativen Strukturveränderungen entgegen zu wirken.
  • Ebenso ist der Zeitpunkt der Raseneuanlage und der Rasenbelüftung/Vertikutierung für eine Kalkdüngung empfehlenswert.
  • Eine pauschale Kalkdüngung ohne vorherige pH-Wert Messung ist für den Rasen in keinem Fall empfehlen!
  • Regelmäßige Bodenuntersuchungen (alle 2-3 Jahre) verhindern eine Überdüngung und gewährleisten einen optimalen Düngemitteleinsatz.

90 Kommentare

  • Sehr geehrte Damen und Herren!
    Ich wollte eigentlich nur wissen, auf wieviel g/m² ich den Güngerstreuer einstellen soll.
    2. Wie hoch soll der günstigste ph-Wert des Bodens sein, und wie messe ich den mit einfachsten Mitteln?
    Mit der Bitte um schnelle Antwort.
    Horst Kerschies

    • Hallo Herr Kerschies,

      das kommt ganz darauf an welche Art Kalk sie verwenden und wie weit der pH-Wert angehoben werden soll. Versuchen sie den Wert um pH 6,5-6,8 einzupendeln. Dafür müssen Sie allerdings erst einmal herausfinden, wie hoch der aktuelle Wert ihrer Fläche ist. Am einfachsten geht dies mit im Handel erhältlichen pH-Mess-Sets. Es ist wichtig verschiedene Proben (am besten mit einem Esslöffel) aus unterschiedlichen Bereichen des Rasens zu sammeln. Dabei sollte der Boden direkt unterhalb der Wurzelfläche der Gräser entnommen werden (10-15 Punkte in der Fläche). Diese einzelnen Proben sammeln sie in einem kleinen Eimer und vermischen Sie gut. Im Anschluss daran können Sie mit Hilfe des Mess-Sets die Beprobung durchführen.
      Verwenden Sie nach Möglichkeit keinen reinen Kalk sondern Gesteinsmehl wie zB. Dolomitkalk. Dies ist gemahlenes Dolomit Gestein und hat ebenfalls Einfluss auf den pH-Wert des Bodens. Zudem ist es damit nicht Möglich eine Überdosierung vorzunehmen.
      Wenn ihr Rasen unter Moos leidet sollten sie das Moos aber vorher entfernen (vertikutieren) und anschießend mit einem geeigneten Samen einsäen bevor sie kalken. Außerdem sollten sie bei einem stärkeren Sandboden darauf achten lieber öfters aber dafür in der Menge weniger zu düngen. Sandböden neigen starkt zum Ausschwämmen der Nährstoffe, dadurch kümmern die Pflanzen schneller und die Gräser fallen aus – Moos kann sich breit machen. Sorgen Sie dafür dass der Boden an Kraft gewinnt, Kompost und humose Substrate können hier förderlich sein.

      Alles in allem wünsche ich Ihnen viel Erfolg!
      Christian Pohlmann

  • 1. Ich wollte eigentlich nur wissen, wievie Gramm / m² Rasenfläche ich Düngekalk zugeben sollte. Der Sandboden ist leicht vermost.
    2. Wie hoch sollte der gute Ph Wert sein, und wie mermittle ich ihn mit einfachen Mitteln?
    Mit freundlichem Gruß
    H. Kerschies.

  • wolfgang garlipp

    hallo ,bei der einstellung der düngerverteilung ist 26 körnergrösse ausreichend gruss

    • Das kommt ganz darauf an was für einen Kalk sie verwenden und welche Kornstruktur er hat. Ein Gesteinskalk in Form z.B. von Dolomitkalk (zumeist sehr pulvrig) wird schon bei einer minimalen Öffnung (kleinste Einstellung am Streugerät) durchrieseln. Pillierte Dünger (also Dünger in kleinen einheitlich großen Kügelchen) müssen hingegen auf ihre individuelle Korngröße eingestellt werden. Viele Düngerhersteller geben Richtwerte für die gängigsten Streugeräte auf den Verpackungen an. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, oder sie sich unsicher sein ob ihr Gerät darunter fällt, können sie die Ausbringungsmenge auch selbst ermittel: Stecken sie dafür eine 1 Quadratmeter große Fläche (Vorzugsweise mit einer Folie ausgelegt) ab, die aber nicht breiter sein sollte als der Auslass ihres Streugerätes. Dann füllen sie eine ausreichende Menge Dünger in ihr Streugerät, stellen den Stellregler des Streuers auf mittlere Stufe und überfahren im Anschluss die abgesteckte Fläche. Kehren sie nun den ausgebrachten Dünger auf und wiegen diesen ab. Als Ergebnis erhalten sie den ausgebrachten Dünger in g/m2. Mit diesem Wert können sie jetzt selber entscheiden ob die Ausbringungsmenge den empfohlenen Angaben gerecht wird oder ob sie das Streugerät auf eine größeren oder kleineren Öffnungsbereich einstellen müssen. Man nennt diese Vorgehensweise auch „abdrehen“, sie messen anhand einer vorgegebenen Strecke den (Dünge-)austrag. Landwirte machen dies in einer abgewandelten Form mit ihren Drill- und Düngemaschinen
      genauso.

  • Mein Rasen ist z.T. Sehr sonnig, z.T. Sehr schattig, die schattigen Stellen sind sehr vermoorst der ganze Rasen hat i.Mom. einen PH Wert von 7. was kann ich tun außer zu vertikutiern wenn alles abgetrocknet ist? Danke im voraus.

    • Hallo!
      Es kommt jetzt sehr stark darauf an wie viel Sonne bzw Schatten in den Problembereichen vorherrscht. Hat es dort min. 4-6 Stunden Sonne oder ‚helles‘ Licht, so können Sie versuchen diese Bereiche mit einer Schattenrasenmischung grün zu bekommen. Diese Mischungen beinhalten einzelne Gräser die auch mit weniger Licht zurecht kommen. Gelingt dieser Versuch nicht, werden einzelne Gräser bis hin zur gesamten Fläche ausfallen und Moos sich mit großer Wahrscheinlichkeit wieder ansiedeln. In diesem Fall ist zu überlegen diese Fläche evtl anderweitig zu Nutzen (z.B. als abgemulchte Sitzfläche oder in Form eines Beetes mit schattenverträglichen Stauden oder Bodendeckern).
      Natürlich können Sie mit Hilfe von Moosvernichtern oder Eisenpräparaten versuchen das Moos zu unterdrücken, das Ausfallen der Gräser und damit die Ursache des Problems werden Sie jedoch nicht aus diese Weise beheben – regelmäßige Neuansaat wäre also unumgänglich.

      Sie werden es also nur durch Ausprobieren klären können, ob es funktioniert. Kalk sollten sie bei diesem pH-Wert allerdings nicht als Problemlöser heranziehen. Wichtig ist hingegen die richtige Rasenmischung zu verwenden und regelmäßig die Flächen bedarfsgerecht zu düngen.

      Viel Erfolg!

  • Schmidtchen Schleicher

    Hallo,
    ich hätte eine Frage bzgl. der besten Vorgehensweise. Ich habe jetzt vor im März April zu vertikutieren. Danach werde ich definitiv Rasen nachsähen müssen, da extrem viel Moos vorhanden ist. Habe dafür schon Schattenrasensamen gekauft, da der Garten größtenteils im Schatten liegt. Ich wollte im Vorfeld Bodenproben entnehmen und gucken, ob ich kalken oder düngen muss. Sollte beides nicht der Fall sein, ist klar wie ich weitermachen muss: nach dem Vertikutieren einfach den Rasen vermischt mit Blumenerde sähen und wässern.
    Aber was ist, wenn ich kalken oder düngen muss? Wann soll ich das machen? Nach dem Vertikutieren, vor der Aussat des Rasens oder kann ich den Rasen aussähen und gleichzeitg kalken bzw. düngen? Muss ich den Rasensamen überhaupt mit Blumenerde vermischen oder reicht es, die Samen alleine zu verteilen, etwas platt zu treten und zu wässern?

    • Hallo!
      Gegen ihre Vorgehensweise ist eigentlich nichts einzuwenden, nur sollten Sie den Grassamen alleine ausbringen ohne zusätzliche Blumenerde – denn Gräser sind Lichtkeimer und sollten nicht bedeckt werden.
      Wenn Sie eine pH-Wert Kontrolle durchführen möchten, sollten Sie das als aller erstes machen. Dann sehen Sie sehr schnell ob und wie viel Kalk aufzubringen wäre. Aber auch ohne pH-Wert Analyse ist ein ausbringen von Kalk durchaus zu empfehlen – verwenden Sie vorzugsweise Gesteinsmehl wie z.B. Dolomitkalk dann brauchen Sie keine Angst vor einer Überdüngung zu haben. Den Kalk können Sie dabei schon jetzt ausbringen, dann reichen die Niederschläge im zeitigen Frühjahr um ihn im Boden gelöst zu bekommen.
      Den notwendigen Rasendünger kann man ca. eine Woche vor dem Vertikutieren ausbringen oder Sie warten damit bis der junge Rasen das erste Mal gemäht wurde. Auf jeden Fall sollte Aussaat und Düngung nicht unmittelbar zusammen erfolgen um ein Verbrennen der jungen Wurzeln zu vermeiden.
      Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

      • Schmidtchen Schleicher

        Vielen Dank schonmal für die Antwort. Was genau bewirkt der Dolomitkalk denn, wenn ich diesen unabhängig von dem PH Wert verwenden kann?
        Ich dachte kalken mit welchen Kalk auch immer sollte man nur bei saurem Boden machen.
        Den Dünger aber dennoch nur, wenn der boden zu basis ist oder kann ich einfach so düngen, wenn ich jetzt Dolomitkalk verwende?
        Ich habe letztes Jahr schon eine kleinere Fläche gedüngt und später Rasen gesäht, der neue Rasen schoss danach richtig empor. Ist es dann nicht empfehlenswert, so wie Sie sagen, nicht bis zum ersten Mähen des neuen Rasens zu warten, sondern vorher zu düngen?
        Ist die Wahl des Düngers relativ egal oder sollte man auf etwas bestimmtes achten?

        • Die Zusammenhänge bei der Düngung (und hierzu zählt auch das Kalken) sind etwas komplizierter als man meinen mag, daher nur ein kleiner Abriss:
          Der Unterschied zu „gebrannten“ Kalk (in der Regel in Form kleiner Kügelchen und nicht zu verwechseln mit Brantkalk) zum kalkhaltigen Gesteinsmehl wie z.B. dem Dolomitkalk besteht in seiner Zusammensetzung und dem physikalischen Zustand. Der klassische Gartenkalk, also die Kügelchen, bestehen in erster Linie aus ‚pulverisiertem‘ Kalk der bei Kontakt mit Wasser sofort löslich wird und im Bodengefüge einen sofortigen Einfluss auf den pH-Wert nimmt. Das Gesteinsmehl hingegen ist nichts anderes als, z.B. beim Dolomitkalk, gebrochener und gemahlener Dolomitfels – also von seiner Ursprünglichkeit her ein reines Gestein. Dieses wirkt im Boden einmal durch seine körnigkeit wie ein Bodenauflockerer, und entfaltet seine Nährstoffe (in diesem Fall vorrangig Calcium und Magnesium) erst durch die langsame Auflösung und den Umbauprozess im Boden. Da dieser Prozess von Boden zu Boden unterschiedlich stark erfolgt, und dem ganzen chemische und somit natürliche Grenzen gesetzt sind, kann man im Grunde genommen keine Überdüngung verursachen.
          Wann Sie nun Kalk, Dünger und Samen ausbringen ist im Grunde genommen egal solange die Abstände zueinander so groß sind, dass die jungen Gräser nicht von den Düngesalzen verbrannt werden. Die ‚Gute fachliche Praxis‘ spricht davon erst den Boden zu bereiten und dann zu säen. Da jedoch eine zeitige Kalkung der Fläche durch die pH-Wert Veränderung Nährstoffe freisetzt die vorher gebunden waren, kann man die Düngung auch einige Wochen nach der Saat durchführen. Das würde dann für einen zusätzlichen Wachstumsschub sorgen.
          Die Frage nach der idealen Düngung ist vielfach auch eine Glaubensfrage. Im Grunde genommen gibt es nur die organische- und die mineralische Düngung und diverse Zwischenprodukte.
          Organisch bedeutet (z.B. Neudorff oder Oscorna), Sie ernähren das Bodenleben das im Umkehrschluss Nährstoffe erzeugt die von der Pflanze aufgenommen werden können. Vorteil: Die Synergie zwischen Pflanze und Boden wird optimiert, Bodenleben gefördert. Nachteil: Der gesamte Prozess dauert wesentlich länger und fällt nicht ganz so schnell und stark ins Auge.
          Mineralische bedeutet (z.B. Compo und viele Eigenmarken von Discountern und Baumärkten), Sie geben der Pflanze die komplette Portion Nährstoffe die allgemein für Gräser notwendig sind. Diese lösen sich mit Hilfe von Niederschlägen und Bodenwasser schneller oder langsamer auf je nachdem was für eine Düngesorte sie verwenden. Vorteil: sehr schnelle Nährstoffversorgung mit schnellen optischen Resultaten. Nachteil: sie machen sich abhängig von dieser künstlichen Ernährung da das Bodenleben nur wenig zu tun bekommt was über längere Zeit zu einer sog. Bodenverarmung führen kann.
          Und letztendlich gibt es noch diverse Zwischenprodukte wie zum Beispiel von Cuxin die beide Welten vereinen. Welche Sie für sich entscheiden bleibt Ihren Vorlieben überlassen da sie alle zum Erfolg führen.
          Ich hoffe Ihnen eine kleine Übersicht gegeben zu haben und wünsche einen guten Start in die Gartensaison!

          • Schmidtchen Schleicher

            Wow, vielen Dank. Sehr ausführlich und sehr verständlich. Ich werde nun folgendermaßen vorgehen. Zunächst ermittele ich den PhWert des Bodens, werde dann jetzt nöchste Woche mit Dolomitkalk kalken und Ende März, Anfang April Vertikutieren und danach den Rasen sähen. Das düngen hebe ich mir dann auf, bis nach dem ersten Mähen und nehme dann aber organischen Dünger.
            Letzte Frage, sollte ich das ganze im Herbst wiederholen?

          • Ihre Planung kann ich nur unterstützen, eine organische Düngung ist mit Blick auf die sich ständig verändernden Extremwettersituationen nur zu empfehlen.
            Zu Ihrer Frage:
            Im allgemeinen geht man von drei Düngephasen pro Saison aus. Die erste ist im Frühjahr zwischen März/April, die zweite im Sommer zwischen Juli/August – beide mit normalem Rasendünger. Die letzte und somit dritte Phase zwischen September/Oktober ist einzig dem Herbstrasendünger vorbehalten der dafür sorgt, dass die Gräser den Winter gut überstehen. Eine kleine Ausnahme bildet dabei das Prinzip von Oscorna, bei denen es keinen speziellen Herbst- oder Saisondünger gibt, dafür aber spezielle Zusatzdünger die im Frühjahr und Herbst mit ausgegeben werden.
            Kalk in Form von Gesteinsmehl können Sie bei Bedarf das ganze Jahr über ausgeben. Gartenkalk hingegen ist nur im zeitigen Frühjahr und ggf. im späten Herbst angeraten wenn der Boden dies erforderlich macht. Hierbei sollte dann auch ein alter Satz aus der Landwirtschaft im Hinterkopf behalten werden: „Kalk macht Väter reich und Söhne arm!“. Durch die Nährstofffreigabe bei Erhöhung des pH-Wertes kann der Boden bei falschem Anbau schneller verarmen, was einem kontinuierlichen Ertragsverlust zur Folge hat der nur schwer wieder herzustellen ist.

  • Ich bin seit 5 Jahren „Alleinunterhalter“ meines Gartens und habe mich heute informieren wollen über die Reihenfolge des kalken, vertikutieren und düngen meines Rasens. Ich bin auf dieser Seite gelandet und bedanke mich für die ausführliche Beschreibung. Ich werde genau wie “ Schmidtchen Schleicher“ den Rasen ab der nächsten Woche bearbeiten. Ich denke mit dem Vertikutieren werde ich die nächste Woche verstreichen lassen, da es ja nochmal Frost geben soll.

    • Hallo! Ihr Vorgehen ist genau richtig, der Boden sollte nicht zu früh „geöffnet“ werden wie es beim Vertikutieren geschieht. Es ist zwar Recht schwer den optimalen Zeitpunkt hierzu festzulegen, da regional sehr unterschiedliche Wetterbedingungen herangezogen werden müssten. Doch tendenziell ist es besser etwas später zu vertikutieren als zu früh. Auch mit Blick auf die sehr empfindlichen Keimlinge sollte hier mit etwas Fingerspitzengefühl herangegangen werden.
      Übrigens: Das im allgemeinen im Frühjahr vertikutiert wird hat weniger etwas mit dem optimalen Zeitpunkt für die Saat zu tun (noch weniger sogar seit unser Frühjahrsklima immer unberechenbarer wird), als vielmehr mit der Tatsache dass man möglichst früh einen ‚perfekten‘ Rasen erhalten will. Bedenkt man, dass ein optimales Aussaatwetter bei Temperaturen über 8°C vorhanden ist und entsprechend viel Niederschlag erforderlich macht, kann man dieses Vorhaben auch gerne etwas weiter ins Jahr hinein verschieben. Manch ein eingefleischter Gärtner führt diese Tätigkeit nach jedem Griff zum Rasenmäher durch und vertikutiert so recht flächenschonend die ganze Saison hindurch anstatt im Frühjahr. Wer auf diese Weise seinen grünen Teppich pflegt spart sich sogar einen Vertikutierer da alles mit dem einfachen Rechen erledigt werden kann. Allerdings bedarf es hierfür einer Menge Freizeit und Muße die sich sicherlich nicht jeder leisten kann und will. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

      • Schmidtchen Schleicher

        Hallo, wo das hier gerade noch Thema ist. Dolomitkalk wird scheinbar nur in Erdähnlicher Konsistenz angeboten und nicht in Granulat Form, was es unmöglich macht, es mit einem Streuwagen zu verteilen. Haben Sie einen Tipp, wie ich ihn am besten verteilen kann?

        Wenn ich Pflanzen umpflanzen will, sollte ich das vermutlich auch erst machen, wenn es wärmer ist, sprich im April? Gibt es da sonst noch etwas zu beachten, ausser ausgraben, neues Loch graben und rein damit?

        Vielen Dank nochmal für die Super Hilfe, werde mir nun nur noch die Gartentipps hier holen.

        • Ja das stimmt, da Dolomitkalk gebrochenes Gestein ist lässt er sich nur schwer mit handelsüblichen Streuwägen ausbringen. Das einfachste (aber mit Sicherheit auch das das „dreckigste“) Verfahren wäre das fächerartige Auswerfen per Hand. Faustformel: den Rasen / Boden gut einpudern aber nicht darunter ersticken. Und keine Angst vor zu viel des Guten, denn wie erwähnt können Sie damit nicht überdüngen. Im Nachgang entweder auf Regen warten oder das gezielte Einwässern beseitigt dann die optischen Blessuren. Bür Tiere ist das Gesteinsmehl hingegen völlig unproblematisch.

          Thema Umpflanzen: Alle Pflanzen die draußen wachsen und umgesetzt werden sollen, können und sollten möglichst im zeitigen Frühjahr bei frostfreiem Wetter einen neuen Platz bekommen. Heben Sie das Pflanzloch etwas größer aus als der Wurzelballen der Pflanze ist und füllen Sie anschließend mit 1:1 gemischter Gartenerde und Pflanzsubstrat auf. Dann hat die Pflanze genug halt und zudem können sich die neuen Wurzeln besser ausbreiten. Gutes und festes Antreten und Anwässern nicht vergessen und danach die Wurzelscheibe gut mit Kompost oder Pflanzsubstrat abmulchen.
          Pflanzen die von drinnen nach draußen gepflanzt werden sollen, müssen vorher abgehärtet werden. D.h. erst einmal für mehrere Tage und Nächte (möglichst ohne Frost) auf die Terrasse stellen und danach auf die gleiche Art einpflanzen wie oben schon erwähnt.
          Lassen Sie sich aber mit der ersten (mineralischen) Düngegabe noch etwas Zeit. Nach dem Umpflanzen hält die Düngeleistung der Pflanzerde gut einen Monat an und ein zu frühes Düngen würde die Pflanzen bei einem erneuten Kälteeinbruch nur schwächen. Anders sieht es auch hier mit der organischen Düngung aus, diese können Sie schon vorab mit ins Pflanzloch geben.

          • Schmidtchen Schleicher

            Vielen Dank!
            Die Bodentests habe ich nun auhc durchgeführt. Hinten definitv sauer ph 5. im Vorgarten nicht ganz so deutlich. Ca. 5,5.
            passt das damit zusammen, dass hier überwiegend Moos ist? Düngen wollte ich ja organisch, soll ich diese Planung beibehalten, nach den Ph Werten? Dabei fällt mir ein, dass ich letztes Jahr schon gedüngt habe, allerdings mineralisch. Werde nun morgen erstmal ordentlich den Dolomitkalk verteilen. Momentan ist es auch regnerrisch, so dass er sicher schnell in den Boden gelangt.

          • Hallo!
            Ein pH-Wert von 5 ist allerdings ein sehr niedriger Wert. Demnach dürfte wohl nicht mehr all zu viel Rasen auf diesem Bereich wachsen. Ja, natürlich ist dies ein idealer Standort für so manche Moose und eine ordentliche Kalkung kann dort Abhilfe schaffen.
            Wie sieht es denn mit der Bodenfeuchtigkeit und der Bodenbeschaffung aus? Steht das Wasser nach bzw. bei Regen längere Zeit auf der Oberfläche (Pfützenbildung)? Und ist der Boden sehr fest und verdichtet sich schnell bei Belastung? Wachsen zudem zufälliger Weise Nadelbäume in der Nähe die den Schatten verursachen?

  • Schmidtchen Schleicher

    Die Antwortfunktion war irgendwie nicht mehr vorhanden.
    Also das Wasser steht eigentlich nicht nach Regen. Wir wohnen hier erst seit einem Jahr, wie die Beschaffenheit ist, kann ich schwer sagen. Nadelbäume sind hier auch gar nicht. Allerdings sind hier alle Gärten stark Moosbefallen. Als ich heute die Bodenproben genommen habe, hab ich nochmal richtig gesehen, dass der Mososbefall echt heftig ist, kam kaum mit dem Löffeln in den Boden.
    Das wird nach dem Vertikutieren richtig kahl werden. Der Hauptgarten steht halt ab Mittags Lagebedingt im Schatten, der Vorgarten ab Mittags in der prallen Sonne.

    • Wie haben Sie denn den pH-Wert gemessen, mit einem pH-Wert Testset (inkl. einer mitgelieferten Flüssigkeit) oder mit pH-Stäbchen in Leitungswasser/destilliertem Wasser? Ein Testkit sollte einigermaßen verbindliche Werte abliefern. Bei einer Messung mit destilliertem Wasser müssen Sie ca. 0.5 dazurechnen und bei Leitungswasser 1,0.
      Nichtsdestotrotz ist der pH-Wert sehr niedrig – für einen Rasen zu niedrig.
      Ich gehe auch davon aus, dass nach dem Vertikutieren nicht mehr viel vom Rasen übrig sein wird. Mit Dolomitkalk machen Sie hier definitiv nichts verkehrt, da dieser durch seine Struktur leichten Einfluss auf die Bodenstruktur nimmt. Wenn Sie nach dem Vertikutieren auf den geöffneten Boden nochmals Dolomitkalk geben, kann das nur förderlich sein. Ebenso wäre eine Einmischung von Sand empfehlenswert, da dieser durch seine körnige Struktur zumindest der oberen Bodenschicht schnell etwas mehr Durchlässigkeit gibt, so dass das Wasser schneller nach unten abgeleitet wird und die Wurzeln zusätzlich ausreichend Luft erhalten. Eine mineralische Düngung würde ich bei diesen Werten allerdings komplett vermeiden, da die Salze des Düngers noch weiter auf den negativen Wert einwirken, was zu vermeiden gilt. Überhaupt sehe ich die Düngung in ihrem Fall als zweitrangig an. Bei diesen Werten (selbst wenn Sie noch 1,0 Punkte zu ihren Werten hinzurechnen müssten) werden im Boden für die erste Zeit genug Nährstoffe gebunden sein die es erst einmal zu löse gilt. Dazu reicht der Kalk des Dolomit vollkommen aus. Eine organische Düngung macht wenn nur mittelfristig Sinn da diese erst im Boden umgebaut werden muss, was wiederum einen optimalen pH-Wert voraussetzt. Sofern Sie noch keinen Dünger gekauft haben würde ich Ihnen einzig einen Bodenaktivator (Neudorff oder noch besser Oscorna) ans Herz legen. Dieser ist darauf ausgelegt das vom Winter zurückgefahrene Bodenleben zu reaktivieren; zur Dosierung bitte die Herstellerangaben beachten.

      Als kleiner Radikaltip: Eine schnellere Verbesserung des Bodens erreichen Sie, wenn Sie die gesamte Fläche (tief) durchfräsen (alternativ Umgraben), neu mit Sand, Kalk und Bodenaktivator und falls vorhanden Kompost bearbeiten und anschließend direkt einsäen. Das ist zwar eine nicht zu unterschätzende Arbeit, lohnt sich aber für schnelle Ergebnisse und mit Blick auf ihren eh kahlen Rasen nach dem Vertikutieren.

      In jedem Fall haben Sie hier ein längerfristiges Projekt. Behalten Sie daher die pH-Werte und die Bodendichte halbjährlich im Auge. Mit Sand, Kalk und einer zurückhaltenden Düngung sollten Sie das Problem in den Griff bekommen, sofern die Gräser mit dieser Fläche vom Faktor Licht zurecht kommen. Denken Sie aber bitte daran, dass die Prozesse im Boden ihre Zeit benötigen. Schnelle Lösungen gibt es nur wenn Sie alles austauschen und neu anlegen (auch dann meist nur für eine gewisse Zeit). Eine „eingespielte“ Bodensituation abzuändern bedeutet immer auch einen Eingriff in eine lebende Materie vorzunehmen. Ein zu viel des anscheinen Guten kann hier langfristig gravierende Probleme verursachen.

      Ich wünsche ein gutes Gelingen!

  • Schmidtchen Schleicher

    Hallo,
    den Test habe ich mit diesem Standard Testset von Neudorff mit dem mitgelieferten Destilierten Wasser gemacht.
    Ich muss dieses Jahr nicht unbedingt schnelle Ergebnisse haben, da ist es mir wichtiger, den Boden gesund zu bekommen und langfristig einen schönen rasen zu haben.
    Das mit dem Sand ist nochmal ein guter Tipp zur Rechten Zeit, da ich hier noch weißen Sand aus einem alten Sandkasten rumliegen habe, den werde ich einfach vor dem Vertikutieren überall verteilen und arbeite den ja dann quasi mit dem Vertikutieren ein. Das Dümgen spare ich mir dann erstmal, gekauft habe ich diesbezüglich auch noch nichts. Nach dem Vertikutieren kalke ich dann nochmal. Soll ich zwischen Sähen der Rasensamen und dem Kalken noch warten oder kann ich das gleichzeitig machen?

    • Kalk und Samen können Sie direkt nacheinander ausbringen. Nur denken Sie daran Grassamen sind Lichtkeimer, d.h. erst den Kalk dann den Samen. Ein kurzes Einarbeiten des Kalk kann zudem sinnvoll sein.
      Noch ein Tip zum Sand: bringen sie den Leber nach dem Vertikutieren aus. Da sie mit dem Vertikutierer die Grasnarbe nur anritzen sollen, wäre der Sand hinderlich bei der genauen Tiefeneinstellung. Und sofern Sie nicht über ein robustes Profi-Gerät verfügen, könnte es auch zu einer unnötigen Überlastung des Vertikierers führen. Schmeißen Sie den Sand lieber einigermaßen gleichmäßig aus und gehen Sie im Anschluss noch einmal mit dem Rechen/Harke darüber, das reicht aus.

  • Hallo Herr Pohlmann,

    im Baumarkt werden verschiedene Produkte zum Kalken angeboten.
    Vom Preis unterscheiden sie sich teilweise erheblich.

    Solche mit 90-100% CaCo3, oder auch welche die einen mehr oder
    weniger hohen Anteil an Magnesiumkalk enthalten.
    Dieser kann von ca. 5-10%, aber auch bis 35% groß sein.

    Was ist der besondere Nutzen von dem Magnesiumanteil und ist der
    höhere Anteil auch wirklich besser? Oder spielt die Magnesiumzugabe
    gar keine so wichtige Rolle?

    Der Verkäufer im Markt konnte mir das nicht beantworten. Und auf
    den Packungen stehen auch keine diesbezüglichen Angaben.
    Die Informationen dort sind einfach nicht ausreichend.

    Lieben Gruß und vielen Dank.

    • Hallo Herr Riecker,

      Ihre Frage ist absolut berechtigt, scheint doch alleine der Kalkgehalt Auswirkungen auf den pH-Wert zu haben. Der hauptsächliche Hintergrund der Beimischung von Magnesiumcarbonat MgCo3 ist die Tatsache, dass dieses Mineral gerne durch einen erhöhten Eintrag z.B. von Kalk verdrängt wird und somit nicht mehr den Pflanzen zur Verfügung steht. Dies wiederum führt zu Mangelerscheinungen an und in der Pflanze. Da Magnesium aber existenziell für die Pflanzen ist (z.B Chlorophyllbildung), wird MgCo3 in einigen Produkten zusätzlich beigemischt (z.B. Neudorff Gartenkalk). Im Dolomitfels ist Magnesiumcarbonat von Natur aus enthalten.
      Aus Gärtnerischen Sicht sind Gesteinsmehle den industriell gefertigten Kalkvarianten vorzuziehen da deren Wirkung aufgrund ihrer Ürsprünglichkeit besser im Boden reguliert wird. Reine Kalksorten bedürfen einer guten Überwachung der Bodenwerder. Allerdings muss man auch beachten, dass ein zuviel an Magnesiumdüngung auch wiederum zu Mangelerscheinungen führen kann, weshalb dieser Bestandteil nicht zu hoch sein sollte.

      • Hallo,

        ich habe viele Bambusse im Garten (ohne Rhizome, sondern Horstbildene). Sie befinden sich direkt am Übergang zum Rasen. In unmittelbarer Nähe der Bambusse geht an allen Stellen im Garten der Rasen ein. Ist das normal? Woran liegt das? Was kann man dagegen tun? Auch eine Nachsaat mit top Komposterde gezüchtet geht nach wenigen Monaten wieder ein 🙁

        Viele Grüße und schon mal besten Dank!

        • Hallo!
          Auch wenn Ihr Bambus keine Rhizome bildet, so braucht er doch ein anständiges Wurzelgeflecht um sich zu entwickeln. Es ist daher nicht selten, dass der Wurzeldruck des Bambus für angrenzende Rasenflächen problematisch wird. Auch in so einem Fall macht eine Rhizomesperre an der entsprechenden Seite Sinn.
          Da die Rasengräser selbst keine tieferen Wurzeln haben, leiden sie neben größeren und durstigeren Pflanzen wie dem Bambus u.U. sehr (denn auch in der kalten Jahreszeit braucht er einiges an Wasser). Vor allem wenn es dem Boden an tiefgründig Leitung fehlt oder er von der Beschaffenheit zu „fest“ ist als das die Wurzeln ihn in tiefere Bereiche mit ggf. mehr Wasser aufbrechen könnten. Ob dies jetzt auch bei Ihnen genau daran liegt, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Aber aus der Erfahrung heraus ist der Wurzeldruck der größeren Pflanzen nahezu immer für solche Symptome verantwortlich. Herausfinden können sie es, indem sie an einer Stelle mit dem Späten die Rasenkante tiefer abstechen. Dann stellt sich auch heraus wie dicht das Wurzelgeflecht des Bambus in den Wurzelbereich der Gräser eindringt bzw. ob der obere Teil der Grasnarbe trocken ist.
          Auch Art und Umfang der Düngung ihres Bambus kann mit dafür verantwortlich sein, ob sich das Wurzelwerk näher zum Rasen orientiert. Düngen sie ihn so gut wie gar nicht, kann schon die Kompostgabe und eine mehr oder weniger häufige Rasendünger dazu beitragen, dass die Wurzeln des Bambus sich dorthin orientieren wo die Nährstoffe zu finden sind. Wie gesagt, dass finden Sie aber heraus mit der Spatenprobe.

  • Hallo,
    Sie schreiben in Ihrem Artikel, dass es für einen gesunden Rasen evt. sogar ausreichend wäre, ihn 1-2 mal pro Jahr mit reifem Kompost zu versorgen. Wie gehe hier vor? Muss man den Kompost einfach auf dem Rasen verteilen? Wenn ja, wieviel Kompost soll ich nehmen? Stirbt der Rasen dadurch nicht ab, da die ‚Rasenpflanzen‘ ja Lichtkeimer sind?
    Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    • Hallo!
      Guter Kompost ist in seiner Struktur ähnlich einem lockeren Substrat und lässt sich daher auch gut zwischen den einzelnen Gräsern einarbeiten. Dies sollte jedoch vorzugsweise nach einem Schnitt der Gräser oder wenn möglich nach dem Vertikutieren stattfinden. Eine Neuansaat sollte natürlich erst im Nachgang vorgenommen werden und auch ein zu dickes Auftragen sollte vermieden werden um die vorhandenen Gräser nicht zu begraben. Ein lockerer Auftrag der nach der Einarbeitung mit der Harke nicht mehr als die Hälfte der Halme ausmachen sollte, sorgt nicht nur dafür, dass der Boden mit neuen Nährstoffen versorgt wird, sondern auch das die Bodenstruktur verbessert wird.
      Es kommt allerdings auch stark auf ihren jetzigen Boden und die Qualität ihres Komposter an. Ein zu frischer Kompost hat zwar wesentlich mehr Nährstoffe als ein „reifer“ Kompost (ca. 1,5 – 2 Jahre alt und mehrfach umgesetzt). Nur kann dieser auch im Umkehrschluss noch zu „scharf“ für die empfindlicheren Gräser sein. Vergessen darf man auch nicht, dass Kompost eine Art Bodenaktivator ist der das Bodenleben fördert, ähnlich einem organischen Dünger. Wer also in seinem Rasen optimale Verhältnisse vorfindet (viel Bodenleben, gute Speicherfunktion gepaart mit einer angemessenen Bodendurchlüftung sprich Struktur) der hat die Möglichkeit alleine mit Kompostgaben seinen Rasen zu düngen. Für Böden die jedoch in der Vergangenheit vornehmlich mineralisch gedüngt würden oder deren Boden nur oberflächlich aufgearbeitet wurde (häufig bei Neubaumaßnahmen oder auch einer Rollrasenverlegung) wird diese Voraussetzung meist nicht gegeben sein. In solchen Fällen werden Sie an einer regelmäßigen Zusatzdüngung (natürlich organisch) und ggf. einer zusätzlichen Kalkung in der ersten Zeit nicht herum kommen. Wie lange und wie intensiv dies dann vorgenommen werden muss richtet sich nach ihrem Boden. Daher sind regelmäßige pH-Wert Kontrollen und eine genaue Beobachtung des Wuchses notwendig.
      Ich hoffe ihnen bei Ihrem Vorhaben ein wenig geholfen zu haben. Sollte noch etwas unklar sein, zögern sie nicht zu fragen!

  • Hallo, unser Rasen ist nach vielen Jahren mangelnder Pflege total vermoost und un Unkräutern übersät. Die Fläche ist überdies sehr uneben. Ich habe mir nun vorgenommen den Rasen etwas auf Vordermannzu bringen.
    Mein Plan ist den Rasen zu vertikutieren, anschließend umzugraben und zu planieren und dann neu einzusäen. Im Gartencenter wurde eine kostenlose Bodenanalyse durchgeführt. Der PH Wert lag unter 5 ( ich glaube 4,7). Die Empfehlung war zunächst Kalk auszubringen. Leider wurde nicht gesagt wieviel Gramm je qm. Nach dem Einsäen soll Langzeitdünger ausgebracht werden. Das Kalken könnte jetzt schon vorgenommen werden ( auch vor dem Vertikutieren). Ist das richtig? Schafft es der Kalk überhaupt durch das Moos und Unkraut bzw. entferne ich den Kalk nicht wieder durch das Vertikutieren? Falls ich jetzt schon kalken kann wieviel Zeit soll zwischen kalken und vertikutieren liegen? Ist Rasenkalk aus dem Gartencenter der richtige?

    • Hallo!
      Wenn Sie aufgrund der schlechten Beschaffenheit sowieso vorhaben die Fläche umzugraben, dann müssen Sie vorher nicht extra vertikutieren. Mähen Sie lieber die Fläche so tief wie möglich ab, entfernen Sie die Grasnarbe (oberen 3-5cm) und graben Sie anschließend um. Wobei ich ihnen (sofern Sie nicht einen sehr festen und zu Staunässe neigenden Boden haben) eher zum Umfräsen der Fläche raten würde. Dies hat den Vorteil, dass der Boden bereits nach dem öffnen feinkrümelig und frei von Hohlräumen ist, so dass die Nachbearbeitung weniger aufwendig wird. Verwenden Sie in dem Fall aber eine schwere Bodenfräse vom Landschaftsgärtner oder einem professionellen Verleiher, keine leichten Baumarktgeräte.
      Der pH-Wert des Bodens wird bereits beim Umgraben/Fräsen positiv beeinflusst, da durch die Hinzugabe von Sauerstoff Bodenreaktionen gefördert werden. Dennoch würde ich ihnen empfehlen die Fläche mit Kalk zu bearbeiten. Wie bereits auch schon in mehreren Artikeln in diesem Blog beschrieben empfehle ich ihnen die Verwendung von Kohlensaurem Kalk (Gesteinsmehle wie Dolomit oder Urgesteinsmehl); normaler Gartenkalk funktioniert natürlich auch. Die Menge ist abhängig von der Konzentration des gekauften Produktes, so dass sie sich hier mit der Verpackungsbeschreibung auseinander setzen müssten. Meine Empfehlung als persönliche Faustformel ist zumindest bei Gesteinsmehle, die Fläche gründlich einzupudern.
      Sofern Sie nicht vorhaben den Boden direkt nach der Bearbeitung eizusäen, können Sie den Langzeitdünger direkt nach der leichten Einarbeitung des Gesteinsmehls ausbringen. Nach einer Wartezeit von einigen Tagen (5-7 Tage) kann dann die Saat ausgebracht werden. Möchten Sie schnellstmöglich einsäen, dann warten Sie mit der Düngung bis zum ersten Schnitt des jungen Rasens (nach 3-4 Wochen), durch die Kalkgabe sollte der Rasen genug Nährstoffe für die Anfangsphase haben.
      Übrigens, da Kalk wasserlöslich ist, schafft er es auch bei starkem Bewuchs in den Boden zu kommen. Voraussetzung ist natürlich, dass Niederschläge oder eine Beregnung dafür sorgen, dass er gelöst werden kann.
      Beobachten Sie aber auch nach Fertigstellung den pH-Wert ihres Bodens um möglichst schnell eingreifen zu können.
      Viel Erfolg!

      • Hallo,
        vielen Dank für ihre Ausführungen. Ich möchte eine Woche nach dem Umfräsen einsäen. Ich würde dann wie folgt vorgehen: Tief abmähen, Gasnarbe ( samt Unkräuter) mit Sodenschneider entfernen, umfräsen, planieren, walzen (verdichten), kalken und düngen, mit Rechen einarbeiten, dann ggf. Wässern und eine Woche später einsäen. Wäre das die richtige Reihenfolge?

        Muss ich zusätzlich Erde einbringen da ich Gasnarbe 3-5 cm tief entferne?

        • Hallo!
          Ihr Vorhaben hört sich soweit gut an. Den Kalk können Sie auch schon nach dem Fräsen bzw. vor dem Feinplanum auswerfen, dann kann er gleich in diesen Bereichen seine Wirkung entfalten und muss nicht erst in die Bodenschichten wandern. Wenn Sie organisch düngen können Sie die Einsaat auch gleich nach einer leichten Einarbeitung des Düngers vornehmen. Bei mineralischen Düngern würde ich auch ein paar Tage warten – nur nicht zu lange, denn dieser Dünger gibt die Nährstoffe sehr schnell frei so dass Unkräuter auch von diesen profitieren. Oberstes Ziel ist es erst einmal den neuen Rasen dicht zu bekommen, ist dies gesichert, kommt die Ernährung der Gräser zum tragen. Vom Dünger haben die Gräser allerdings erst etwas, wenn sie richtig eingewürzelt sind. Vorher ernähren sie sich erst einmal aus ihrer eigenen Samenhülle und die ersten Wurzeln sorgen nur dafür, dass die Pflanze Wasser und Halt bekommt. Eine mineralische Düngung kann daher auch nach dem ersten Schnitt vorgenommen werden und schadet dann mit ihren Salzen auch nicht mehr den jungen Wurzeln.

          Ob Sie die Fläche zusätzlich auffüllen müssen, hängt davon ab wie das Höhenniveau nach dem Feinplanum ausfällt. Da Sie vornehmlich die Grasnarbe entfernen, wird sich diese während des Anwachsens ebenfalls neu entwickeln – hier dürfte dann kein Unterschied mehr feststellbar sein. Wenn Sie zudem die Fläche mit Sand oder etwas Rasenerde auflockern wollen, sollten sie definitiv keine Höhenprobleme bekommen.
          Beachten Sie bei der aktuellen Wetterlage nur die Bodenfeuchte. Ist der Grassamen erst einmal am Aufgehen, darf die Fläche nicht austrocknen. Eine intensive Beobachtung und Wässern ist bis zur Einwurzelung unumgänglich.

          Gutes Gelingen!

          • Hallo,
            ich denke es sollte noch Sand eingearbeitet werden. Wieviel Sand benötigt man bei ca. 250 qm?

            Habe ich mich verrechnet oder werden wirklich 12,5 kubikmeter (250 x 0,05 ) grasnarbe abgetragen?

          • Ja, da kommt einiges zusammen. Die genaue Tiefe, und damit die letztendliche Menge, richtet sich aber nach der letztendlichen Durchwurzelungsetiefe die abgetragen werden muss. Weiße dünne Feinwurzeln können übrigens im Boden verbleiben, raus muss nur was im dichten Geflecht zusammenhängt.

            An Sand rechnet man mit etwa (1)1,5-3,5(4) kg Sand pro Quadratmeter. Das richtet sich allerdings nach der zu bearbeitenden Bodenstruktur. Nehmen sie lieber etwas weniger wenn sie sich unsicher sind.

          • Hallo, die wichtigste Frage ist natürlich noch offen. Welcher Rasensamen soll nach dem ganzen Aufwand eingesät werden? Ich möchte natürlich eine vernünftige Qualität haben und gebe liber einen euro mehr für den Samen aus. Die letzten Jahre wurde der RAsen überhaupt nicht mehr genutzt ( bei dem derzeitigen Zustand auch kein Wunder). Die Pflege sollte im überschbaren Aufwand bleiben. Ich tendiere zu der Kiepenkerl RSM 2.1 oder 2.3. Was halten sie davon? Oder sollte ein anderer Hersteller gewählt werden?

          • Hallo!
            Die sogenannte Regel-Saatgut-Mischung (RSM) ist eine Art DIN zur Eingliederung getesteter und für gut befunden Rasensaaten. Diese dient der Orientierung im (in der Regel) professionellen Landschaftsbau und ermöglicht so bei Ausschreibungen eine klare Festlegung. Diese Mischungen werden in regelmäßigen Abständen überarbeitet um den stätigen Veränderungen im Bauwesen und einer vegetativen Klimaanpassung gerecht zu werden.
            Die von Ihnen erwähnte RSM 2.1. ist aktuell nicht mehr im Katalog der Saatgutmischungen enthalten und wurde durch die RSM 2.3. ersetzt. Angeboten wird sie noch immer, da sich die Bezeichnung bei vielen Anwendern als Standard Saatgut eingeprägt hat. Da im privaten Bereich Ausschreibungsvorgaben kaum eine Rolle spielen, kann diese Variante auch weiterhin verwendet werden. Ich persönlich würde ihnen von den RS Mischungen jedoch zur 2.3. Raten, da hier ein größeres Gräserspektrum geboten wird. Die Variante 2.2.2 ist hingegen nur auf wirklich trocknen Standorten empfehlenswert.

            RSM vs. Einzelhandelsprodukte:
            Sie können jedoch auch individuell zusammengesetzte Rasensaaten aus dem Garten- und Baumarkthandel einsetzen. Hierbei sollten Sie nur auf ein möglichst großes Gräserspektrum achten (Grüne Aufkleber, meist auf dem Pakungsboden). Je mehr Gräser in einer Mischung enthalten sind, um so wiederstandsfähiger ist der spätere Rasen und um so geringer ist ein Ausfallrisiko mit größeren Lücken. Auch die prozentuale Verteilung der Gräser sollte möglichst hoch sein um eine gute Struktur der späteren Fläche zu erhalten. Diese Mischungen haben zwar ihren Preis aber dies sollte nicht der ausschlaggebende Punkt sein. Wer hier am Preis spart, spart auch an der Qualität seines grünen Teppichs! Die im Einzelhandel vertriebenen Mischungen unterteilen sich zudem oft in „normalen“ Garten, Sport, Spielrasen und sog. Schattenrasen. Dieser Schattenrasen kommt in der Regel mit 6-8 Std. Licht aus. Alle anderen Mischungen benötigen in der Saison gut 10-12 Std. Hier sollten Sie die Mischung ihren Bedürfnissen anpassen.

  • Hallo miteinander,

    ich habe mit Interesse die Beiträge gelesen. Auch ich möchte meinem letztes Jahr neu angelegten Rasen (Neubau) etwas Starthilfe geben. Wir hatten hier im Bayerischen Wald einen schneereichen Winter und nach der Schneeschmelze haben sich im Rasen zahlreiche kreisrunde Flecken gebildet. Ich glaube dies mittels „googeln“ als Schneeschimmel identifiziert zu haben.

    Der Rasen hatte sich im vergangenen Jahr eigentlich gut entwickelt und war schön satt grün. Lediglich einige holzige Kamillepflänzchen hatten sich über den Rasen verteilt angesiedelt welche aber bis zum Spätsommer verschwunden waren. Ich hatte den Rasen über den Sommer verteilt 3x mit landwirtschftlichem NKP Dünger von der Baywa gedüngt und der regenreiche Sommer des letzten Jahres hat eigentlich für eine stetige und gute Bewässerung gesorgt. Die rasenmähung übernimmt unser „Luis“ ein automatischer Mähroboter der den Rasenschnitt liegen lässt.

    Kann man aus dem Schneeschimmel etwaige Nährstoffdefizite ableiten ? Was würden sie als Startmassnahme empfehlen. Bezgl PH Wert-Bestimmung werde ich versuchen mir ein Analyseset zu beschaffen und den PH wert ermitteln.

    Gruss aus Zwiesel Bayersicher Wald

    • Hallo!
      Schneeschimmel ist relativ selten und hat meistens zwei -miteinander zusammenhängende- Hintergründe: 1. Es wurde zu spät im Jahr mit zu viel Stickstoff gedüngt. 2. Der Rasen war zum Zeitpunkt des Schneefalls zu lang. Diese beiden Faktoren gepaart mit einer dicken und anhaltenden Schneeschicht begünstigen das Ausbreiten des Pilzes. Als Gegenmittel gibt es zwar Fungizide, diese sind aber nicht für den Haus- und Kleingartenbereich zugelassen. Da der Pilz sich im kalkliebenden Bodenbereich wohl fühlt, sollten Sie mit einer Kalkgabe zum Frühjahr hin vorsichtig sein und vorher den pH-Wert analysieren. Ansonsten verschwindet der Pilz mehr oder weniger schnell mit den sich allmählich ändernden Wetterbedingungen. Soll es schneller gehen bleibt nur das Abtragen der Grasnarbe in diesem Bereich und eine Neuansaat. Auf eine erneute Düngung mit mineralischen Düngern würde ich in diesem Fall erst einmal verzichten.
      Grundsätzlich: NPK Dünger aus der Landwirtschaft haben auf dem Zierrasen nichts zu suchen – es sei denn Sie möchten die Fläche als Weide oder als Intensivgrünland umfunktionieren. Ja, der Rasen geht danach extrem gut auf. Nein, das ist alles andere als gut! Auch eine dreimalige Düngung mit diesem Dünger ist alles andere als förderlich. Stickstoffbetonte Dünger sollten nur im Frühjahr (März/April) und im Sommer (Juli/August) ausgebracht werden. Danach ist bei mineralischer Düngung nur noch ein spezieller Herbst-Rasendünger anzuwenden, der weniger Stickstoff mitbringt und dafür mit Kalium angereichert ist – das stärkt die Gräser für den Winter.
      Meine persönliche Empfehlung: Steigen Sie komplett auf eine organische Düngung um (z.B. ebenfalls bei der BayWa erhältlich und ebenso professionell sind die Produkte von OSCORNA Rasaflor und Bodenaktivator). Damit fördern Sie das Bodenleben, müssen keine speziellen Dünger für den Herbst erwerben und sind zudem in der Lage den Boden zu sanieren. Auch sollten Sie auf jeden Fall die Flächen noch einmal vertikutieren um den abgestorbenen Filz aus der Rasenfläche zu entfernen.
      Übrigens: Bei der organischen Düngung fällt das Vertikutieren bei richtiger Anwendung ganz weg bzw. muss nur alle drei bis fünf Jahre vorgenommen werden.

      • Hallo Herr Pohlmann ,

        Danke für Ihre ausführliche Antwort! Ich bin daraufhin gleich zur Baywa gefahren und habe mir den genannten Oscorna Duenger geholt. Mit einem Handvertikutierer habe ich die verfilzten stellen entfernt und mit Gartenerde aus der kompostieranlage nachgebessert.

        Das ausbringen des Düngers habe ich mir in Anbetracht der prognostizierten Wetterlage für die nächsten Tage nicht getraut. Niederschlag ist nämlich nicht in Sicht…

        Wie sehen sie das?

        Gruß

        Tobias prenissl

        • Hallo Herr Prenissl,

          da sie mit den Oscorna Produkten einen organischen Dünger haben, ist es erst einmal egal wann Sie ihn ausbringen und ob es regnet. Dieser Dünger ist ähnlich dem Kompost ein Bodenverbesserer, der weniger von Niederschlägen in den Boden eingebracht, sondern in erster Linie durch Bodenlebewesen wie dem Regenwurm eingearbeitet wird. Wichtig ist nur, dass Sie den Dünger zwischen den Gräsern einharken um diesen nicht das Licht zu nehmen.
          Bitte beachten Sie: Sie werden bei diesem Dünger nicht sofortige Auswirkungen auf das Wachstum der Gräser erkennen wie dies beim NPK Dünger der Fall ist – das ist aber beabsichtigt. Das Ziel ist es hierbei eher langfristig ein gesundes Bodenleben zu generieren in dem der Rasen optimal gedeiht, ohne dass Sie zu viel Arbeit mit ihm haben müssen. Das heißt im Klartext, das Wachstum wird langsamer voran gehen, so dass Sie auch nicht zu oft und zu kurz schneiden müssen. Zudem entwickeln sich die Gräser stabiler ohne zu einer ungesunden Verfilzung des Rasens beizutragen. Das wiederum sorgt dafür, dass die Abstände für das Vertikutieren länger werden können. Sie erreichen also nicht nur einen gesunden und schön aussehenden Rasen, sondern ersparen sich auch eine Menge unnötiger Arbeit.
          Da Sie im letzten Jahr eine Intensivdüngung vorgenommen haben, ist es in diesem Frühjahr noch möglich, dass der Rasen bei guter Witterung weiterhin schnell wächst. Das hängt mit den gebundenen und nun langsam freiwerdenden Nährstoffen der NPK Düngung zusammen. Negativ ist es nicht, nur sollten Sie das Halmwachstum im Auge behalten und möglichst Zeitnah mähen um die Gräser durch einen zu starken Rückschnitt nicht unnötig zu belasten. Als Faustformel gilt: Auf keinen Fall kürzer als 3,5 cm mähen und maximal 1/3 der Halmlänge einkürzen.

          Mehr Informationen zum OSCORNA Prinzip demnächst hier auf diesem Blog.

          Viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben!

  • Hallo
    Ich habe jetzt vertikutiert, möchte im Anschluß den Oscorna Bodenaktivator einarbeiten und danach je nach Temperatur den Rasensamen von Wolf Garten.Ist es ratsam noch einmal den Rasen zu lüften damit der Samen richtig aufgeht, oder reicht es nach dem Ausbringen des Rasensamen’s noch Rasenerde aufzubringen.
    LG Fam.Richter

  • Hallo
    Meinte natürlich ob der Rasen nochmal gelüftet werden kann bevor der Rasen Samen eingearbeitet wird und nicht umgekehrt.

    • Hallo!
      Zum Ablauf Ihres Vorhabens: Nach dem Vertikutieren der Fläche sollten Sie, wenn notwendig, Rasenunebenheiten durch Auffüllen der Löcher und anschließendem Anwalzen egalisieren. Im Anschluss daran sollten Sie den Bodenaktivator ausbringen und zwischen den Gräsern mit einer Harke leicht einarbeiten, so dass die Halme der vorhandenen Gräser weiterhin aufrecht stehen und nicht vom Bodenaktivator niedergedrückt werden. Jetzt können Sie den Grassamen ausbringen in dem Sie ihn breitwürfig und gleichmäßig (fächerartig) mit der Hand oder mit Hilfe eines Streuwagens ausbringen. Danach muss dafür gesorgt werden, dass der Samen Bodenkontakt hat. Dies erreichen Sie entweder mit Hilfe einer Rasenwalze oder indem Sie z.B. die umgedrehte Harke flach über den Boden schieben (das hin- und herschieben sorgt dafür, dass die Gräser nach unten gedrückt werden). GANZ WICHTIG ist jedoch, dass der Grassamen NICHT abgedeckt oder in den Boden eingearbeitet wird. Der Grassamen MUSS auf dem Boden liegen, nicht darunter, da er das Licht zum Keimen benötigt. Den auf jeden Fall notwendigen Rasendünger OSCORNA Rasaflor würde ich in diesem Fall erst nach dem ersten Schnitt der jungen Gräser ausbringen (ca. Mitte April) um den Boden nicht zu sehr mit leichtem Material (Bodenaktivator + Rasaflor) abzudecken. Zwar ist die Kombination nicht schädlich, doch der Bodenaktivator sollte zuerst in den Boden gezogen sein ehe Sie den Dünger dazu geben (dies erfolgt vorwiegend durch Niederschläge und Bodenlebewesen). Zudem ist das Material sehr „weich“ und würde in der kombinierten Auftragsstärke keine gute Grundlage für die jungen Wurzeln bieten.

      Das von Ihnen angesprochene Lüften (Aerifizieren) des Rasens ist eine Pflegemaßnahme die in erster Linie seine Berechtigung bei Lehm- oder Tonböden (also dichten und harten Böden) hat um die Drainagefunktion und den Lufthaushalt des Bodens zu verbessern – ein guter Gartenboden braucht diese Maßnahme nicht oder nur recht selten. Ja, Sie können den Rasen nach dem Vertikutieren lüften wenn Sie Probleme mit der Bodendichte haben oder diesen vorbeugen möchten. Da Sie mit OSCORNA arbeiten würde ich in diesem Fall folgendes Vorgehen empfehlen:
      1. Vertikutieren
      2. Ausbringen des OSCORNA Bodenaktivators entsprechend der Herstellerangaben.
      3. Lüften des Bodens mit gleichzeitiger Einarbeitung des Bodenaktivators.
      4. Ausbringen des Rasendüngers OSCORNA Rasaflor mit anschließend leichter Einarbeitung mit der Harke wie oben erwähnt.
      5. Ausbringen des Saatgutes wie bereits beschrieben.

      Achten Sie bitte gut auf das Wetter und Ihr keimendes Saatgut. Sobald die Saat aufgeht befindet sich der Sämling in der anfälligsten Phase was Frost und Trockenheit angeht. Gegen Frost werden Sie nicht viel unternehmen können, gegen die Trockenheit schon. Sorgen Sie dafür das der Boden in diesem Stadium niemals austrocknet (ggf mehrfach täglich Wässern). Sobald das junge Gras eingewurzelt ist können Sie die Abstände der Bewässerung kontinuierlich zurück fahren.

      Viel Erfolg!

  • Friedhelm Piltz

    Sehr geehrter Herr Pohlmann ,

    bei welcher Temperatur und bei welchem Wetter
    soll man den Rasen kalken ??

    Besten Dank im Voraus für ihre Antwort

    Mit freundlichem Gruß

    F. Piltz

    • Guten Tag!

      Wann Sie kalken ist fast egal. Es kommt dabei aber auch etwas auf die Kalkvariante an: Gesteinsmehle wie Dolomitkalk, Urgesteinsmehl, Algenkalk reagieren erst so richtig wenn sie im Boden umgesetzt werden. So können Sie diese im Grunde genommen bei jedem Wetter ausbringen da sie sich nicht schon bei der ersten leichten Nachtfeuchtigkeit zersetzt. Industriell gefertigter Kalk der meist gepresst und in pillierter Form angeboten wird ist hingegen sofort löslich wenn Wasser und Feuchtigkeit mit ins spiel kommen. Ein Ausbringen wäre daher in den frühen Abendstunden (nach der stärkeren Sonnenbestrahlung) am besten. Allerdings wäre es gut, wenn nach dem Ausbringen etwas mehr Wasser zur Verfügung stehen würde als es die reine Nachfeuchtigkeit mit sich bringt, damit der sich lösende Kalk auch direkt in den Boden eingespühlt werden kann um dort zu wirken.

      Egal was sie für eine Kalkform verwenden möchten, achten Sie darauf dass die Gräser nicht unnötig von diesem Verdeckt werden um a) keine unschönen Kalkflecken im Rasen hervorzurufen, b) kein Risiko von Verbrennungen zu provozieren und c) dem Rasen nicht das Licht zu nehmen das er gerade im Frühjahr dringend braucht. Ein bedeckter Himmel und ggf. die Verwendung des Gartenschlauchs kann in keinem Fall schaden.

  • Schmidtchen Schleicher

    Hallo,
    ich bin wieder da. Hier wird man einfach am kompetentesten Beraten. Die Rasenangelegenheit ist soweit vorangeschritten. Warte jetzt nur noch auf wärmeres Wetter, damit der neugesäte Rasen rauskommt.

    Habe auch eine Hecke gesetzt. Lebensbaum. Ich würde gerne noch Mulch drunterlegen. Habe aber irgendwie im Hinterkopf, dass Rindenmulch den Boden säuert. Da der Boden hier ja schon recht sauer ist, siehe meine älteren Kommentare, wäre das ja nicht so die beste Idee.
    Welchen Mulch kann ich denn stattdessen nehmen?
    Und wieviel Wasser soll ich einer einzelnen LebensbaumPflanze ca. geben?
    Ich habs jetzt so gemacht. In der ersten Woche täglich gegossen, in der zweiten jeden zweiten Tag und jetzt mach ich immer jeden dritten Tag. Nur bin ich mir nicht sicher wieviel es sein sollte, wenn ich den Schlauch drauf halte.

    • Hallo und herzlichen Dank für Ihren Zuspruch!

      Über eine Versauerung des Bodens müssen sie sich bei ordentlichem Rindenmulch keine Sorgen machen – sofern keine Zusatzstoffe eingearbeitet sind. Der natürliche Verrottungprozess sorgt vielmehr für eine Anreicherung an Bodenlebewesen, die eine Versauerung zu vermeiden wissen. Wichtig ist nur, dass sie vor dem Ausbringen des Mulches organischen Stickstoffdünger einarbeiten, da Stickstoff in der Verrottungsphase sonst dem Boden entzogen wird. Hierbei sind Hornspäne und Hormehl gute Stickstofflieferanten. Da Hornspäne nur langsam zersetzt werden, sind diese bereits im sehr zeitigen Frühjahr oder im vorangegangenen Herbst auszubringen. Da wir jetzt schon weiter im Jahr vorangeschritten sind, würde ich eine Mischung aus Hormehl und Hornspänen vorziehen.

      Beim Thema Wasser ist es etwas komplizierter, da es hier sehr stark auf ihren Boden ankommt. Da Thujas aber sehr trockenheitstollerant sind, sollten sie nicht zu oft Wässern. Grundsätzlich gilt: wenig aber intensiv ist besser als häufig und zurückhaltend. Mein Tip: gehen Sie mit ihrem Vorgehen soweit, dass sie an sonnigen Tagen maximal zwei Mal die Woche gießen und dann wenn möglichst min. 30min (es sollten sich aber keine Pfützen bilden!). Dies ermöglicht es dem Boden bis in die tieferen Schichten Wasser aufzunehmen und die Wurzel bekommen den Anreiz tiefer zu gehen um an Wasserreserven zu gelangen. Wenn Sie zudem noch die Milchschnitte aufbringen, sollte einer guten Einwurzelung der Thujas nichts mehr im Wege stehen.

      • Schmidtchen Schleicher

        Schon mal wieder vielen Dank!

        kurze Nachfrage noch, ich habe die Lebensbäume jetzt auf 8 Metern. Wieviel Hornmehl/Hornspäne soll ich da ausbringen? Es gibt die hier im Baumarkt in 5kg Säcken. Reicht da jeweils einer?
        Und dann direkt danach den Rindenmulch drauflegen oder das Mehl/Spänen Gemisch erst wässern oder so?

        Jetzt hat es viel geregnet die letzten Wochen und war recht frisch, soll ich da gar nicht mehr giessen, da die Pflanzen ja noch nicht solange gesetzt sind habe ich Angst zu wenig zu giessen. Sonst steht oft das man die im ersten Jahr immer feucht halten soll. Das mit den warmen Tage hört sich schonmal sehr schlüssig an. Und gibt es ein Erkennungsmerkmal falls sie doch mal zu wenig Wassern hätten, auf das ich achten kann?

        • Hornspäne sind nichts anderes als klein geschnittenes Horn von Hufetieren wie Rindern oder Ziegen. Diese Späne werden ähnlich wie Astmaterialien oder Blätter langsam im Boden zersetzt. Hierbei wird beim Horn vornehmlich Stickstoff freigesetzt. Hormehl hat das selbe Ausgangsmaterial, ist jedoch fein gemahlen und wird daher schneller im Boden in Stickstoffdünger umgewandelt. Da wir im Zusammenhang mit der Ausbringung von Rindenmulch nur den Stickstoffverlust durch die Rottephase ausgleichen wollen, spielt die Aufwandmenge eine sehr untergeordnete Rolle. Wichtig ist nur, dass die gesamte Fläche auf die der Mulch verteilt wird einigermaßen gleichmäßig mit den Spänen/ dem Horn eingestreut wird. Dabei sollten weder große Lücken zurück bleiben noch verdichtete Haufen entstehen. Allerdings macht es auch keinen Sinn hier eine Wissenschaft daraus zu machen, denn Schädlich wäre auch ein zu viel des guten nicht. Mit dem 5 kg Sack sollten sie aber gut hinkommen.

          Mit der Bewässerung sehe ich es ähnlich. Ein halbwegs guter Gartenboden ist in der Lage Wasser im Untergrund (ab 10cm Tiefe) auch über mehrere Wochen bereit zu stellen. Eine kontinuierliche Bewässerung macht nur bei ganz jungen Pflanzen und bei extremer Trockenheit (über mehrere Wochen bei hohen Temperaturen (> 25°C)) Sinn. Wenn sie sich unsicher sind, machen sie eine Spatenprobe an einer nahegelegenen Stelle: ist der Bodien hier im untere Bereich noch feucht, hat sich ein Bewässern erst einmal erledigt. Thujas sind aber auch sehr robust und kommen auch mit Trockenheit gut klar. Mangelerscheinungen machen sich in erster Linie durch trockene fale Nadeln und einen schwachen Wuchs bemerkbar. Überwässerung häufig durch chlorotische (gelbe) Triebspitzen.

          • Schmidtchen Schleicher

            Vielen Dank. Habe das ganze nun auch so ausgeführt, allerdings habe ich mich für grobe Pinienrinde entschieden, da Rindemulch dann doch einfach nicht so schön aussah. Habe aber trotzdem Hornspäne und Horngries verwendet, da ichs schon vorher gekauft habe, wobei das bei grober Pinienrinde wohl nicht unbedingt erforderlich ist, wegen der langsamen Verrottung. Korrigieren Sie mich gerne,wenn das falsch ist.
            Ich würde nun gerne noch eine Hecke anlegen, da sollte nun aber wichtig sein, dass sie kein bisschen giftig ist. Eigentlich sollte sie auch immergrün sein aber scheinbar sind alle immergrünen irgendwie giftig.
            Geblieben ist nun die Entscheidung zwischen Feldahorn- Hainbuchen- oder Rotbuchenhecke. Welche davon hält sich am besten blickdicht und ist preiswert? Also schlichtweg, welche würde Sie empfehlen und dann auch 3 pro Meter? Oder könnten Sie gar eine ganz andere Empfehlung aussprechen?

            Vielen Dank schonmal wieder im Vorraus

          • Guten Morgen! Die Verwendung von Hornspänen oder Hornmehl macht bei Rindenprodukten immer einen Sinn! Von daher ist es gut das sie diese angewendet haben.

            Mit ihrer Recherche haben sie recht, ungiftige immrgrüne Heckenpflanzen sind Mangelware. Empfehlen würde ich ihnen die Rotbuche, da diese nicht nur sehr robust ist sondern auch das alte Laub den Winter über hängen lässt. Somit bietet sie nicht nur einen guten Sichtschutz das ganze Jahr hindurch, sondern ist auch
            ökologisch betrachtet sehr von Vorteil.

  • Schmidtchen Schleicher

    Super, wiedermal sehr gut geholfen!

    Werde nun Rotbuche nehmen! Unser Nachbar hat auch Buche hier stehen. Auch sehr dicht. 5 Pflanzen pro Meter. Die wurden von den Gärtnern schon direkt nach Pflanzung zurecht geschnitten.
    Wann sollte ich die nach der Pflanzung zum ersten Mal schneiden? Habe jetzt Pflanzen im Auge, die dann 100-125cm wären. Und kann ich die mir einfach so in Form schneiden oder gibt es was zu beachten?
    Und wie schaffe ich, dass die schön gerade wachsen, machen die das selber oder muss ich da so einen Stock dranstellen?
    Meine letzte Frage und da schliesst sich der Kreis zum Rasenthema auch wieder, wie flicke ich die Rasenstellen, die der Hund mit seinem Urin „zerstört“ hat?

    Vielen Danke für ihre Hilfe, überall liest und erfährt man sonst nur widersprüchliche, ungenaue Sachen.

    • Eine gute Wahl! 5 Pflanzen pro Meter halte ich allerdings für zu dicht – werden die größer machen sie sich gewaltig Konkurrenz was zum Absterben führen kann. Setzen Sie die Pflanzen lieber so, dass sich die äußeren Triebe gerade so berühren. Das ist zwar am Anfang etwas locker, dafür haben die Pflanzen dann genug Platz sich auszubreiten. Lange Triebe können Sie bereits nach der Pflanzung etwas zurückschneiden, mit dem ersten Schnitt würde ich hingegen noch etwas warten bis die Pflanzen neu austreiben – kann ein paar Wochen dauern. Wenn Sie mindestens zwei Mal im Jahr einen Formschnitt durchführen, schaffen Sie damit eine gute Grundlage die Hecke in Form zu bringen. Schneiden sollten Sie nicht bei Frost oder großer Hitze, auch sollte die Hecke nach einem Regen gut abtrocknen ehe Sie die Schere ansetzen. Denken Sie auch daran die Hecke gerade jetzt zum Sommer hin gut zu wässern.

      Zu den Lücken im Rasen: Abgestorbene Gräser vorsichtig mit dem Rechen entfernen, Grassamen darüber schmeißen, andrücken, ggf gießen und wachsen lassen. Werden immer die gleichen stellen vom Hund benutzt, kann von Zeit zu Zeit eine kleine Menge Kalk nicht schaden um den Säuregehalt zu neutralisieren.

      • Schmidtchen Schleicher

        Super! Das hat mir sehr geholfen. Die ganzen Baumschulen geben komischerweise alle 4-5 Pflanzen pro Meter an. Hatte auch das Gefühl das sei zu viel, als ich mir das Meterband angelegt habe.
        Werde dann zunächst von 4 Pflanzen pro Meter ausgehen und dann erstmal sehen, welchen Eindruck das so macht und gegebenenfalls auf 3 runter gehen und die Hecke dann halt verlängern.

        • Das mit dem Begradigen der Pflanzen würde mich aber auch mal interessieren. Hier ist eine Neubausiedlung, dort stehen noch recht kleine Hainbuchen-Heckenpflanzen, vielleicht höchstens 120cm aber die sind krumm und schief, also der Hauptstamm.

          • Im gewissen Maße lassen sich alle Gehölze mit Hilfe von Stützen oder Spalieren in ihrem Wuchs beeinflussen. Im Falle einer Hecke ist das aber kaum notwendig da hier im Laufe der Wachstumsphase das Blattwerk die Formgebung übernimmt. Wer hier Einfluss nehmen will, sollte regelmässig seine Hecke schneiden und somit in Form bringen. Wer zudem noch eine schmale aufrechte Hecke erreichen will, kann mit Hilfe der erwähnten Stäbe ein gutes Ergebnis erzielen.

  • Danke für die Antwort. Diese Pflanzstäbe oder Stützen usw. sind aber um eine Mannsgroße Hecke zu bekommen aber ganz schön teuer. Wenn mann um die 40 Pflanzen hat und die alle gerade wachsen sollen. So ein 180cm Stab kostet ja schon gleich ein paar Euro.
    Kann man auch zwei, drei Bänder von links nach rechts spannen und die immer in der Höhe mitgehen lassen und die einzelnen Pflanzen daran befestigen?

    • Das geht auch. Allerdings sollte dann ein elastisches Material verwendet werden, was die Stabilität mit Sicherheit herabsetzt. Ansonsten würde das kontinuierliche Dickenwachstum das Material bzw. die Pflanze schädigen. Ich empfehle hier mal im Netzt nach praxistauglichen Ideen zu suchen. Ich persönlich würde solch eine Maßnahme allerdings nur bei einem gewollten Spalierwuchs anwenden, da meiner Meinung nach ein regelmäßiger Heckenschnitt bereits gute Ergebnisse erzielt.

  • Schmidtchen Schleicher

    Hallo,
    wieder führt mich mein Weg hier zu Ihnen. Ich habe meine Rotbuchen Hecke nun schön gepflanzt und peile den ersten Schnitt um den 24 Juni an. Nach dem einpflanzen habe ich, wie Sie mir empfohlen hatten noch nicht zurückgeschnitten.
    Meine Frage nun, wie schneidet man denn richtig? Mal wieder habe ich viele widersprüchliche Aussagen auf anderen Seiten gefunden. Zum Teil heisst es, solle man beim zweiten Schnitt um den 24 Juni nicht zu viel wegnehmen, auf anderen Seiten heisst es dann wiederrum man kann immer viel wegnehmen. Am besten immer 1/3.
    Manche behaupten bei frisch gepflanzten Rotbuchen müsse man mehrmals als zwei Mal im Jahr schneiden, um schnell eine blickdichte Hecke zu bekommen usw.
    Wie sollte ich es machen und vorallem wie genau geht das?
    Muss ich mir im besten Fall jedes Ästchen vornehmen und es um 1/3 kürzen oder wie? Irgendwo stand auch, man müsse immer nach jedem vierten Auge schneiden. Was genau ist ein Auge und habe ich bei kleinen Pflanzen überhaupt schon vier?
    Ich will halt eine schöne, gerade und hohe blickdichte Hecke erreichen auch wenn das mehr Arbeit bedeutet, nur bin ich mir nicht sicher wie.
    In der Nachbarschaft sieht man nämlich schön, wie Buchen, die als Hecke gepflanzt aber nie geschnitten wurden, aussehen. Nämlich überhaupt nicht dicht und recht kahl. Habe auch im Vorgarten für den Herbst Rotbuchen geplant und die sollen dann mal als Paradebeispiel dienen. Hahaha.
    Es hiess sogar Rotbuchen seinen auch giftig aber wohl nur die Bucheckern, die bilden sich doch aber nicht vor 30 Jahren und bei regelmäßigem Heckenschnitt doch gar nicht oder?
    Vielen Dank schonmal im vorraus. LG

    • Hallo!
      Rotbuchen sind in erster Linie Bäume, die ein stattliches Ausmaß annehmen. Daher ist es bei einer Nutzung dieser Bäume als Hecke wichtig diese regelmäßig in Form zu bringen um ein „auswachsen“ in eine lose Baumform zu vermeiden. Da dieses in Form schneiden nicht mehr bei dicken Ästen funktioniert, muss das junge Astwerk regelmäßig zurückgeschnitten werden wodurch die Pflanze „verjüngt“ wird. Praktisch bedeutet dies, das Sie beim Heckenschnitt nicht nur die gewünschte Höhe, Breite und Tiefe dieser Hecke im Auge behalten müssen, sondern sich auch schon Gedanken über die zukünftige Entwicklung der vorhandenen Äste machen sollten. Beachten Sie dabei auch, das die Äste mit zunehmendem Alter verstärkt ins Dickenwachstum gehen, was für eine filigrane Hecke u.U. sehr unvorteilhaft sein kann. Daher müssen solche Äste frühzeitig herausgeschnitten werden. Da ältere Triebe zudem weitaus seltener neue Blattknospen ansetzen wie junge Triebe, sollten Sie auch dies bei der Verjüngung der Pflanze berücksichtigen.
      Als „Auge“ bezeichnet man genau diese Knospen. Optimal ist es daher wenn der Hauptstamm gerade nach oben wächst und von diesem die ersten Seitenäste mit drei bis vier Augen abgehen (wohlgemerkt nur die vorderen und hinteren Äste, in der Breite soll die Hecke schließlich dicht werden). Daran kann sich dann das kleine dünne (einjährige) Astwerk mitsamt den dazugehörigen Blättern entwickeln wodurch die Hecke ihr äußeres Kleid bekommt. Wie viel Sie letztendlich wegnehmen ist von vielen individuellen Faktoren abhängig, die man nur vor Ort festlegen kann. Wichtig ist, das Ihnen die oben beschriebenen Wuchfaktoren der Pflanze bewusst sind damit sie ihr Vorhaben richtig planen können. Nehmen Sie sich am Anfang viel Zeit und betrachten Sie die Form der Pflanze in ihrem Habitus aufmerksam, der Rest bleibt dann ausprobieren und herantasten. Bei der ganz jungen Pflanze wird dies noch recht einfach sein, behalten Sie nur auf Dauer das Dickenwachstum der stärkeren Äste im Auge. Sollte es zu stark herauswachsen, muss zeitig entfernt werden damit junge Triebe die Lücke füllen können.

      Das mäßige Zurückschneiden im Sommer hat weniger etwas mit der besseren Veträglichkeit als mit dem Vogelschutz zu tun. Während der Brutphase sollte nur schwach zurückgeschnitten werden um die Vögel in den Nestern nicht zu vertreiben; da eine Laubhecke auch ökologisch eine Bereicherung für jeden Garten ist, sollten Sie diesen Faktor nicht außer acht lassen.

      Über die Giftigkeit der Pflanze muss man sich nur bei sehr neugierigen und empfindlichen Kleinkindern Gedanken machen die keine Scheu davor haben auch bittere Pflanzen zu verschlucken. Überhaupt ist nahezu jede Pflanze mehr oder weniger „giftig“ was aber nicht bedeutet das diese auch gleich eine Gefahr für Leib und Leben darstellen.

      • Schmidtchen Schleicher

        Ok vielen Dank. Hat einiges zum Verständnis beigetragen. Ich werde mich einfach ein wenig ausprobieren.
        Allerdings hätte ich noch eine Frage. Wie schneide ich denn eine Pflanze, bei der der Hauptstamm sich einfach aufteilt in mehrere nach rechts u links wegwachsende Ästchen? Also der Hauptstamm endet im Prinzip einfach. Anbei mal ein Bildchen. (https://imgur.com/a/ehnzF)
        Müsste ich nicht theoretisch unterhalb der Verästelung schneiden und hoffen, dass der Hauptstamm weiterwächst?
        Und was mache ich bei einer Pflanze, die untenrum kaum Ästchen hat, die vom Hauptstamm abgehen. Im Prinzip sieht das aus, wie ein Stock. Oder wie ein Baum, wo nur die Krone Blätter hat. Bilden sich da noch von selber Ästchen und Knospen? Weil so wäre das ganz schön kahl. Danke Ihnen!

        • Sie sollten sich die Frage stellen, wie ihre Hecke wirken soll wenn sie im Herbst mangels grünem Laub durchsichtiger wird? Soll sie aus gleichmässig aufrecht wachsenden Hauptstämmen bestehen, dann sollten Sie eine Erziehung der Pflanzen hiernach ausrichten. Ist solch eine Gleichmäßigkeit nicht gefragt, dann spielt eine Verzweigung für einen dichten wuchs keine Rolle.
          Entscheiden Sie sich dazu einen aufrechten Wuchs zu fördern, dann sollten sie sich für einen der beiden Jungtriebe entscheiden und den überflüssigen entfernen. Evtl. ist es dann auch notwendig diesen Stamm mit Hilfe eines Stützstabes zu führen um ein unschönes schräg Wachsen zu vermeiden. Ein Abschneiden unterhalb der Verzweigung wird ebenfalls einen Seitentrieb hervorbringen der dann ebenfalls senkrecht nach oben geleitet werden muss. Solch eine Maßnahme macht nur Sinn, wenn beide Triebe für das Vorhaben ungeeignet sind weil sie z.B zu schräg wachsen und extrem gebogen werden müssten.
          Bei weniger buschig wachsenden Pflanzen hilft nur abwarten ob sich nicht doch noch in nächster Zeit Triebe bilden. Geschieht dies nicht, hilft auch hier nur das Umleiten nahegelegener Triebe um die Hecke an dieser Stelle dicht zu bekommen.

  • Schmidtchen Schleicher

    Hallo,
    ich habe mal wieder ein neues Projekt!
    Es hat allerdings nichts mit Rasen kalken zu tun, ich hoffe das ist ok.
    Ich möchte nämlich den Vorgarten mit einem Steppenkirschen Bäumchen versehen, ich möchte ihn auch gerne wieder mit Pinienrinde mulchen und ein Beet drumherum anlegen. In dieses Beet möchte ich verschiedene Blumenzwiebeln pflanzen und zwar so, dass ich das ganze Jahr über eine Blumenpracht habe ohne dafür etwas tun zu müssen, ausser sie halt einmal einzupflsnzen. Dafür habe ich eine tolle Liste gefunden, wann welche Blumen blühen, wie hoch sie wachsen, wann man sie pflanzt usw.
    Den Baum möchte ich ebenso wie das Beet mit Kompost anreichern und dann die Pinienrinde drauf.
    Meine Frage nun, kann ich wieder grobe Pinienrinde nehmen oder kommen die Blumen da nicht durch und muss ich dann auch wieder Hornspäne unter die Pinienrinde mischen?

    • Sie können durchaus Pinienrinde verwenden, sollten jedoch auch hier eine langsam lösliche Stickstoffdüngung, wie z.B mit Hornspänen, nicht vergessen. Machen Sie sich über die Wuchsfreudigkeit der Zwiebeln keine Sorgen, wenn diese richtig gesetzt werden, wird der Mulch sie nicht negativ beeinflussen. Nur berücksichtigen Sie die Auftragsstärke bei der Tiefe der zu setzenden Zwiebeln.
      Das einzige was sie gut überdenken sollten sind die Lichtverhältnisse unter dem Baum. Die allermeisten Blumenzwiebeln möchten nämlich eine ganze Menge davon haben, was unter einem Baum je nach Wuchs und Stammhöhe, oft schwer zu erfüllen ist. Ich gehe zwar davon aus, dass sie eine filigrane Variante gewählt haben bei der ein Schattenwurf nicht ins Gewicht fällt, dennoch sollten Sie den Wuchs des Baumes bei der Beetplanung notwendigerweise miteinbeziehen.

      • Schmidtchen Schleicher

        Gut das ich gefragt habe, denn den Schatten des Baumes habe ich gar nicht bedacht!
        Was ist denn mit „Auftragsstärke“ gemeint?
        Ich habe mich jetzt, denke ich doch für eine Kugelrobinie entschieden, weil ich nicht noch mehr Insekten als so schon mit dem blühenden Steppenkirsch Baum anlocken will. Die Robine wird um die 2m-2.10m mit nem Stamm von 12-14cm sein. Ganz so Monströs werde ich die Krone aber auch nicht werden lassen. Es soll eher ein kleines, zierliches Bäumen bleiben.
        Ich denke ich versuch es einfach mal mit den Zwiebeln. Finde die Idee mit den Zwieblen für jede Jahreszeit ganz nett. Immer was zu gucken, ohne viel dafür zu tun.

        • Mulch wird in der Regel 5-10 cm stark aufgetragen. Soll nun eine Zwiebel 10 cm tief in den Boden, so würde sie je nach Auftragsstärke gerade so im Boden liegen.

          Egal ob Sie jetzt einen Prunus oder eine Robinie Pflanzen, so lange die Krone kompakt gehalten werden kann, sollte auch genug Licht für die Zwiebeln zur Verfügung stehen.

          • Schmidtchen Schleicher

            Hallo mal wieder,

            es ist jetzt übrigens die Steppenkirsche geworden:-)
            Hab auch jetzt erfahren, dass es so ziemlich alles auf Stämmen gibt. Also diese Stammveredelung, dass der Stamm nur noch in die Breite, nicht aber in die Höhe wächst. Da gibt es ja echt noch tolle Bäumchen. Habe auch schon wieder welche im Auge. Hibiskus Blue Bird und Red Heart als Hochstamm oder eine japanische Nelkenkirsche oder Harlekinweide. Herrlich.
            Und nochmal vorweg, ich meine Sie haben mal geschrieben es käme noch ein Oscorna Blog, gibt es den schon?dann erbitte ich den Link. Vielleicht hab ich mich auch verlesen. Wollte nämlich im September wieder vertikutieren und danach den Bodenaktivator einsetzen und neuen Rasen sähen mit diesem Oscorna Rasaflor. Freue mich schon auf gute Ergebnise und in Zukunft einen tollen Boden. Rasen sieht nämlich wieder nicht so gut aus, der Hund pinkelt einmal, schon stirbt da der Rasen ab.

            Ich habe nun allerdings eine neue Frage. Es geht um meine Rotbuchenhecke.
            Unser Nachbar hatte sich ja eine Hainbuchen Hecke setzen lassen. Richtige Heisterware von 3m auf 2 schneiden lassen. Richtige Prachtstücke mit ganz dicken Stämmen, 3x pro Meter als Ballenware.
            Diese hat er ungefähr im April/Mai bekommen, bin mir nicht mehr sicher und die hat mittlerweile neue Triebe, das ist die wahre Freunde. Die sind locker 30cm lang und ist auch im Vergleich zum Anfang deutlich sichtbar dichter geworden.

            Jetzt habe ich meine ende Mai bekommen, normale Ware im Container, 4x pro Meter, alle um den 24 Juni geschnitten. Jetzt kommen so langsam an einigen Pflanzen neue Knospen hervor. An einigen ist aber auch noch gar nichts zu sehen. Ansonsten lässt sie aber auch keine Blätter hängen, scheint also wohlauf. Farblich varieren sie aber. Manche sind dunkelgrün, manche hellgrün mit braunen Verfärbungen. Was mich aber wundert, dass die Nachbarspflanzen so heftige Triebe haben, aber meine nicht und so viel länger ist seine ja nun auch nicht gepflanzt.
            Dabei habe ich gelesen, Rotbuche ist heftiger im Wachstum als die Hainbuche und man solle deshalb die beiden nie mischen, weil die Hainbuche von der Rotbuche verdrängt werden würde.
            Woran liegt das also? Ist es der Unterschied Ballenware zu Container, müssen die sich erst von der gepressten Form erholen? Liegt es an der Bewässerung? Er soll laut seinen Gärtnern täglich giessen. Aber denke das ist eher, weil das so riesige Teile sind. Ich hab an heissen Tagen gegossen, ansonsten hat es regelmäßig (ordentlich) geregnet, so dass das bei mir ja eigentlich nicht nötig ist. Oder hat er noch irgendeine Wachstumsphase mitgenommen, für die meine zu spät kamen.
            Bermerkt habe ich unter der Pinienrinde übrigens richtige Schimmelpelze auf der Erde. Sind das die Hornspäne die verrotten? Muss ich mir sorgen machen?
            Wie kann ich meiner Hecke noch organisch helfen? Jetzt und allgemein. Sollte ich mal düngen mit sowas wie nem Sud?
            Das ist natürlich mal wieder ein langer Kommentar aber Sie sind nun halt der Gärtner meines Vertrauens:-)

          • Hallo und Entschuldigung für die späte Antwort!
            Vorweg, das Thema „Oscorna“ soll ein Unterthema dieses Blogs werden. Da mir jedoch aktuell etwas die Zeit fehlt diesen ordentlich zu erarbeiten, wird es noch etwas dauern bis zur offiziellen Freischaltung.

            Zu Ihrer Hecke:
            Es kann verschiedene Gründe haben, warum sich die beiden Hecken so unterschiedlich stark entwickeln: Pflege in der Baumschule und damit einhergehend die Qualität der Wurzeln, Transport und Lagerbedingungen und letztendlich auch die neue Standortsituation inkl. dem aktuellen Wetter. In der Praxis spielt jedoch die Wurzelqualität die entscheidende Rolle. Gehölze müssen in der Baumschulphase mehrmals umgetopft bzw. ballert werden, damit sich ein möglichst kompakter und mit viel Feinwurzeln versehener Wurzelkörper bildet. Und genau hier unterscheiden sich die Qualitätsstufen gravierend. Ein ganz extremes Negativbeispiel sind hier die klassischen Baumarkt- und Discounterangebote bei Lebensbäumen im Frühjahr und Herbst. Hier hat sich bei den Händlern bereits herumgesprochen, dass Topfwaren besser beim Kunden ankommen als Ballenware, da diese angeblich eine bessere Wurzelqualität haben sollen. Dass es sich hierbei aber letztendlich auch nur um schlecht ballierte Baumware handelt wie bei den in Tuch eingebundenen Billi-Bäumen die man mit Gewalt in den Topf gedrückt hat, wird gerne verschwiegen und dafür die Vorteile der Topf- bzw Containerware hervorgehoben. Unterm Strich sollte also nicht die Frage „Ballen oder Container?“ stehen, sonder die Frage mit welchen Qualitätskriterien produziert wurde.
            Ich möchte damit jetzt nicht andeuten, dass ihre Pflanzen von schlechter Qualität sind, denn dies kann man nur, wenn man selbst die Pflanze gesetzt hat. Aber hier könnte, aufgrund der unterschiedlichen Wuchs- und Entwicklungsbedingungen, ein Kriterium die unterschiedliche Ballenqualität darstellen.

            Bewässerung:
            Mit den extremen Heißwetter-Tagen der letzen Zeit sind auch viele Pflanzen im Garten in Mitleidenschaft gezogen worden. Beachtet man, dass Pflanzen im Schnitt bei ca. 25 Grad Celsius ihren Stoffwechsel rapide zurück fahren und nur noch „schwitzen“ um Verbrennungen zu vermeiden, lassen sich hier auch Rückschlüsse auf einen wetterbedingten Nährstoffmangel ziehen. Pflanzen mit ausgeprägten Wurzeln haben dabei viel weniger Probleme als Jungpflanzen die nicht nur schneller im Wurzelraum „austrocknen“ sondern auch nicht so viele Nährstoffe über die wenigen Wurzeln aufnehmen können. Sicherlich spielt die Bewässerungsintensität je nach Bodenbeschaffenheit und Düngung auch noch eine große Rolle. Denn eine lebhafte Bodenqualität (viel organische Masse und viele Mircrolebewesen) schwemmt Nährstoffe weniger stark ab als ein mineralisch gedüngter Boden.
            Abhilfe kann bei solch einem Wetter eine Blattdüngung (vorzugsweise auf Kaliumoxyd-Basis) darstellen. Hierbei wird Kalium mit Hilfe einer Druckspritze aufgespritzt und von der Pflanze über die Blattporen aufgenommen und wirkt somit direkt dort ohne den Umweg über die Wurzel nehmen zu müssen. Da Kalium positiv in den Wasserhaushalt eingreift kann dies eine Lösung für gestresste Pflanzen darstellen. Einziger Nachteil ist jedoch, dass auch hierfür Temperaturen < 25 Grad Celsius vorherrschen sollten, da die Pflanze sonst kaum etwas über die Blätter aufnimmt. Pilze unter dem Mulch: Grundsätzlich sind solche Pilzauswüchse unter Mulch normal und erst einmal nicht problematisch. Hacken sie die Flache einmal die Woche leicht durch, so dass ein Luftaustausch stattfinden kann, dann hält sich das Pilzwachstum sehr in Grenzen. Düngen mit Sud oder ähnlichem: Diese Art der Düngung ist bei richtiger Anwendung sehr unproblematisch und kann bei richtiger Wahl und Anwendung positive Effekte mit sich bringen. Vermeiden sollten Sie bei diesem Wetter jedoch mineralische Dünger, da diese aufgrund der Salze die Situation noch verschlimmern können!

          • Schmidtchen Schleicher

            Vielen Dank für Ihre Antwort.
            Fühlen Sie sich nicht gestresst, antworten Sie ruhig wie es Ihnen am besten passt.
            Meine Heckenpflanzen sind auch von einer Baumschule aber ich denke Ihre Ausführungen machen Sinn. Die Bodenverhältnisse müssen gleich sein, da schätze ich meine sogar noch besser ein, weil ich ja auch gekalkt habe und unter die Pinienrinde die Hornspäne gelegt habe.
            Gesetzt habe ich sie halt selber, auch vorher alle in einem Topf mit Wasser gehalten, bis keine Blasen mehr aufstiegen usw. aber als Gartenneuling kann ich die Qualität der Wurzeln nicht wirklich beurteilen.

            Meinen Sie denn, dass sich meine Pflanzen noch zufriedenstellend entwickeln werden, mit Ihren Pflegetipps und zweimaligem Schneiden im Jahr?

            Diese Blattdüngung würde ich gerne machen. Momentan ist es ja auch wieder etwas kälter. Spielt die Tageszeit der Anwendung eine Rolle, dann könnte man es ja am Abend machen. Ich habe dazu Produkte von Neudorff „Blattdünger“ und „Wachstumshilfe“ für die Blätter oder auch Neudorff Brennessel-Pellets entdeckt der Blattdünger scheint aber nicht auf der von Ihnen genannten Basis zu sein.

            Können Sie mir da sonst ein Produkt empfehlen? Und wie oft sollte ich diese Art Düngung im Jahr machen? und wann?

          • Die Produkte von Neudorff sind durchaus zu empfehlen. Da gibt es einerseits „Algan Wachstumshilfe“ mit dessen Hilfe der Neuaustrieb und das Wurzelwachstum angeregt wird. Dann das von Ihnen angesprochene „Baldrian Extrakt“, das allerdings nur in der Gießanwendung für Ihre Hecke interessant ist da das Bodenleben angeregt und gesteigert wird. Zudem „Neudorf-Vital Obstspritzmittel“ mit dem von mir erwähnten Kaliumoxyd, dass aktiv in den Wasserhaushalt der Pflanze einwirkt und sie somit agiler und wiederstansfähiger macht. Und natürlich die „Brennessel Pellets“ nicht zu vergessen, die nicht nur eine gute Düngeunterstüzung sind sondern auch zur Stärkung der Pflanze beiträgt.
            Verkehrt können Sie bei der Anwendung dieser Mittel nicht viel machen, nur sollte es nicht bei Einzelanwendungen bleiben. Kontinuität ist hier die gesamte Saison über wichtig – gerne auch im Wechsel der Mittel (nur nicht alle auf einmal, sondern immer nur das Eine oder das Andere!).
            Sie müssen solche Mittel aber nicht unbedingt kaufen. Wenn Sie die Möglichkeit haben Jauchen oder Brühen mit frischen Kräutern (z.B. wie im Fall der Brennessel) anzulegen, dann bewirken diese das gleiche.
            Gespritzt oder gegossen sollte alle 10-14 Tage werden.

  • Schmidtchen Schleicher

    Habe nocheinmal geschaut, ich würde meiner Hecke gerne etwas auf die Sprümge helfen. Blattdüngung würde ja jetzt gut passen mit den Temperaturen um die 20 Grad. Da habe ich aber nur

    „Neudorff Wachstumshilfe Braunalgenextrat Kaliumdünger“ und
    „Neudorff Balsamol Blattdünger organischer Stickstoffdünger (9 % N)Proteinhydrolisat mit 55 % natürlichen Aminosäure“ gefunden.

    Dann bleibt noch als normaler Dünger
    „Neudorff Azet Baum- Strauch und Heckendünger organischer NPK-Dünger 7-3-10“
    „Oscorna Baum- Strauch und Heckendünger NPK 6-4-0,5“
    „Neudorff Brennessel Pellets zur Herstellung von Brennessel-Brühe“
    Und ich wollte sowieso jetzt im September/ Oktober den Bodenaktivator verwenden. Oder sollte ich das jetzt schonmal machen und dann im Oktober nochmal und davon jetzt auch schon was unter die Hecke geben?
    Welches der Sachen sollte ich Ihrer Meinung nach machen?

    • Schmidtchen Schleicher

      Hallo,

      wie ich gerade erst gesehen habe, wurde mir Ihre Antwort gar nicht, bzw. erst jetzt angezeigt, daher bitte nicht wundern über meine letzte Nachricht.
      Dann habe ich das also richtig verstanden, dass ich diese kleinen Helferlein alle als Unterstützung verwenden kann, zum eigentlichen Hauptdünger?

      Der eigentliche Hauptdünger wäre dann ja einer der beiden, den ich dann wie vom Hersteller beschrieben einfach zu den angegebenen Zeiten aufbringe.
      „Neudorff Azet Baum- Strauch und Heckendünger organischer NPK-Dünger 7-3-10“
      „Oscorna Baum- Strauch und Heckendünger NPK 6-4-0,5“
      Vielleicht eher den von Neudorff, weil 0,5 erscheint mir wenig.

      Ich würde dann jetzt folgendermaßen vorgehen.
      Ich nehme
      „Neudorf-Vital Obstspritzmittel“
      „Neudorff Wachstumshilfe Braunalgenextrat“ und nehme beides so oft im Jahr, wie es der Hersteller angibt und dann im Wechsel. Die Zwischenzeiten strecke ich dann mit Brennessel-Sud. Denn beispielsweise heisst es bei der Wachstumshilfe „nur 4 mal im Jahr“, dann geht das ja nicht alle 10-14 Tage bzw. alle 6 Wochen bei drei Mitteln. Wobei es ja auch keinen Sinn macht, wegen des Pflanzenstoffwechsels, bei Temperaturen u 20 und ü 25 die Blätter zu düngen.

      Den „Neudorff Balsamol Blattdünger“ lasse ich dieses Jahr noch weg, da ich ja schon für den Stickstoff mit den Hornspänen gesorgt habe.
      Den Boden verbessere ich dann einfach nur mit dem Bodenaktivator ohne da noch etwas ausser den Brennesseln zu machen.
      Wenn Sie diesem Vorgehen so zustimmen würden, würde ich mich nocheinmal herzlischst bedanken, dem folgen und Ihnen bei Zeiten Vorher/Nachher Bilder zukommen lassen.

      • Vorsicht, diese Mittel sind alle gut wenn man sie gezielt einsetzt. Zu viel Durcheinander bringt aber eher das Gegenteil von dem was man erreichen möchte und bleibt in schlimmsten Fall wirkungslos!

        Welchen Grunddünger Sie verwenden hängt von Ihren Vorlieben ab. Lassen Sie sich nicht durch „hohe Zahlen“ verunsichern. Die Tatsache, dass Oscorna einen speziellen Heckendünger heraus bringt ist einzig der Einfachheit für den Verbraucher zuzuschreiben. Wenn Sie mit Animalin und Bodenaktivator arbeiten, erhalten Sie den gleichen Effekt.
        Wie schon in einem vorangegangenen Kommentar beschrieben, nutzt Oscorna die im Boden vorhandenen Kaliumanteile aus um diesen Nährstoff bereit zu stellen. Dies wird über die Zusammenstellung des Düngers erreicht. Daher ist eine niedrige Kaliumkonzentration im Dünger durchaus OK. Neudorf geht den Weg der direkten Beigabe und hat daher auch eine höhere Konzentration. Ein besser oder schlechter gibt es aber bei den Varianten nicht!

        Bei den Spritzmitteln würde ich jetzt erst einmal nur auf „NeudoVital Obstspritzmittel“ und die „Wachstumshilfe“ als Gießmittel zurück greifen. Das Spritzmittel sollten Sie bis zur Blattfärbung zum Herbst alle 10-14 Tage spitzen und das Gießmittel entsprechend der Packungsangabe anwenden um das Wurzelwachstum zu verbessern. Alle anderen Mittel können Sie ab dem nächsten Jahr verwenden wobei Stickstoffbezogene Mittel wie z.B. ein Brennessel-Sud möglicht in der ersten Jahreshälfte angewendet werden. Ob und in welchem Umfang sie das Obstspritzmittel im nächsten Jahr verwenden, müssen Sie dann anhand der Pflanzenentwicklung individuell entscheiden.

        • Schmidtchen Schleicher

          Vielen Dank für Ihre fachmännische Hilfe!
          Ich werden dann so wie Sie sagen vorgehen und nächstes Jahr mit Vorher/Nachher Bildern aufwarten, damit Sie auch etwas davon haben. Bis dahin werde ich regelmäßig Ihren Blog verfolgen.

  • Schmidtchen Schleicher

    Da denkt man nun läuft alles, da kommt das nächste Problemchen:-) Einige Blätter meiner Hecke sehen angefressen aus. Habe nicht weiter darüber nachgedacht aber nachdem ich in mehreren Solarlampen die Batterien wechseln musste und ich das Gehäuse aufgeschraubt habe, sind mehrere Ohrenkneifer rausgefallen. Und zwar in jeder Lampe, die ich aufgeschraubt habe. Habe dann heute die alten Blüten vom Schmetterlingsflieder abgeschnitten, da fiel ein größeres Stück Rinde ab und darunter befanden sich auch einige Ohrenkneifer. Ich vermute stark, dass die Herrschaften sich an meiner Hecke zu schaffen machen. Haben Sie da eine Lösung?
    Es soll wohl diese Topf mit Stroh befüllen Variante geben, in denen sie sich sammeln, den man dann aussiedelt andere schwören auf ein paar Basilikum Töpfe, den sie dann fressen und darin verweilen und andere stellen Schüsseln mit Olivenöl hin, wo sie dann natürlich sterben. Es sollen ja auch Nutztiere sein, die Blattläuse fressen aber wenn man keine hat und sie stattdessen meine Hecke fressen, die eh noch ordentlich wachsen muss, finde ich das nicht so toll…

    • Seien Sie behutsam wenn es um die Bekämpfung oder Abwehr von sogenannten Nützlingen geht. Nur wenn Sie sich absolut sicher sind, dass der Ohrenkneifer für die Schäden verantwortlich ist und der Schaden die Pflanze in ihrer Existenz bedroht, macht es Sinn über eine Abwehr nachzudenken! In der Regel ist der Schaden den ein Ohrenkneifer anrichtet zu verkraften da sein Nutzen bei der Bekämpfung der wirklichen Problemtiere überwiegt. Zur Zeit sind auch noch andere dämmerungsaktive Tiere unterwegs die ebenfalls die Blätter schädigen. Sie sollten die Schäden im Auge behalten aber nicht zu schnell gegensteuern – das hat meist fatalere Auswirkungen als die Bekämpfung da sie in einen an sich noch gut funktionierenden Naturkreislauf eingreifen.

      • Schmidtchen Schleicher

        Vielen dank, ich werde das ganze erstmal noch beobachten. Im Winter sollte ja sowieso schluss damit sein, der ist ja nun auch nicht mehr alzu lange entfernt.

  • Schmidtchen Schleicher

    Hallo, ganz kurz noch. Sollte ich meine Steppenkirsche an Pfäle binden? Der Stamm ist noch recht dünn und 1.90m bis zur Krone. Sie steht im Vorgarten und wird schon etwas vom Wind hin- und herbewegt, wenn es stürmt. Oder wächst sie auch so vernünftig an?

    • Hallo!
      Der Pflanzstab bzw. Baumpfahl soll bei der Anpflanzung sicherstellen, dass der junge Baum ungestört anwachsen kann. Starke Winde und feuchte Böden würden den jungen Baum sonst recht schnell in Schräglage bringen – sowohl die Ästhetik des Wuchses würde dabei negativ beeinflusst als auch die Vitalität der Pflanze, da durch das hin und her wackeln auch immer wieder Wurzeln abgerissen werden. Je nach Standort werden daher unterschiedliche Stütz-Konstruktionen angewandt. Wichtig ist dabei nur darauf zu achten, dass der Baum durch das Bindematerial nicht an seiner Rinde beschädigt wird – hier kann ein Dreibein-Gerüst sinnvoller sein als ein einzelner Baumpfahl.
      Bei Bäumen die schon einige Jahre alleine stehen und nur vom Wind hin und her gedrückt werden macht ein Baumpfahl nur dann sinn, wenn die Gefahr des Stammbruchs vorliegt. Dies wird im Normalfall aber nur dann vorkommen, wenn die Pflanze an einer extrem exponierten Windlage steht oder der Veredelungstamm zu schmal dimensioniert wurde. Im Normalfall schaft es die Pflanze selber den Windeinflauss auszugleichen in dem sie ihr Dickenwachstum entsprechend steuert!

      • Schmidtchen Schleichee

        Vielen Dank für die Rückmeldung.
        Ich hätte sonst 2 Pfähle verwendet aber ich denke ich beobachte das noch ein wenig. Vielleicht bis zum Herbst, wenn es öfter stürmt und entscheide dann. Ist halt sonst schwer zu sagen als Laie. Ich würde sagen er wird halt normal vom Wind geschaukelt und ab und zu mal mehr. Wie lange braucht denn so ein Baum oder Heckenpflanzen überhaupt um anzuwachsen?

        • Wenn Sie sichergehen wollen, schlagen Sie lieber die Pfähle ein. Der Baum braucht mehrere Jahre um einen ordentlichen Halt über die Wurzeln aufzubauen. Das Erste was sich ausbreiten wird sind die Feinwurzeln über die der Baum die Nährstoffe aufnimmt. Diese sind aber sehr empfindlich, so dass sie zerreißen können wenn die Pflanze stark bewegt wird. In der Regel bleiben die Stützpfähle so lange stehen, bis sie anfangen zu verrotten. So stellt man sicher, dass der Baum über eine lange Periode ausreichend gestützt wird.

          • Schmidtchen Schleicher

            Na gut, dann vefolge ich Ihren Tipp lieber. Habe gelesen man solle den Pfahl 60cm tief einschlagen. demnach bräuchte ich ja nen Pfahl von 230cm länge. sehe ich das richtig? Hab schonmal in ner Gärtnerei geguckt, so große haben die da schonmal nicht. Welche Dicke empfehlen Sie?

          • Im Baumarkt müssten Sie fündig werden. 8 cm sollten es im Durchmesser schon sein. Achten Sie nur darauf, dass der Pfahl nicht durch den Ballen der Pflanze geht sondern daran vorbei führt! Beim Anbinden sollten die Stricke starr sein und nicht durchhängen. Verwenden Sie Kokosstrick, so beginnen Sie am Stützpfahl mit einem Knoten und führen den Strick in Form einer acht in gleicher Höhe um den Baum. Nach drei Wicklungen können Sie vom Pfahl her anfangen den gespannten Strick zu umwickeln, so dass dieser stramm zusammengebunden wird. Am Baum selber sollte eine größere Schlaufe bleiben um den Stamm nicht einzuklemmen. Danach festknoten. Kontrollieren Sie diese Befestigung in der ersten Zeit regelmäßig, damit diese sich nicht löst. Gegebenenfalls muss nachgespannt werden. Bei Kokosstrick ist die Gefahr die Rinde zu verletzen geringer als bei Kunstmaterialien. Von daher keine Angst dass die Rinde beschädigt wird. Nur bei sehr empfindlicher Rinde kann es sinn machen ein Baumwolltuch zwischen die Bindeschlaufen und den Stamm zu legen um unnötigen Abrieb zu vermeiden.

  • Schmidtchen Schleicher

    Danke für die AnleitungWerde mich morgen auf die Suche machen. Bei Hornbach gibt es 2m und 2.50m. Sofern der 2.50 in mein Auto passt, werde ich den nehmen. Werde es auch zunächst bei einem Pfahl belassen und schauen, ob das ausreicht. Diesen werde ich dann an die Westseite stellen.
    Eine kleine Frage noch. Diesen Bambusstab, die an den Bäumen immer mitgeliefert werden, um sie gerade zu halten, wann kann ich den denn entfernen?
    Der Stamm wächst ja nun nicht mehr in die Höhe, dann kann der doch eigentlich auch schon weg oder sollte er wegen des Dickenwachstums noch dran bleiben und nur gelockert werden?
    Hab die Kirsche auch mit dem AlganWurzelwachstum behandelt, ich finde das sieht man ihm sogar schon an.

  • Schmidtchen Schleicher

    kleines Update. nachdem ich zum Frühjahr Dolomitkalk verwendet hatte, um dem sehr sauren Boden entgegenzuwirken, habe ich jetzt nochmal den PH Wert genommen. Immer noch unverändert, sehr sauer! Ich habe ja auch schon einmal den Bodenaktivator ausgestreut, da das ja alles organisch ist, dauert es halt aber kann das sein, dass sich da bisher noch so gar nichts getan hat beim PH Wert?
    Ich vermute dies auch als Ursache dafür, dass die Rotbuchenhecke nicht funktioniert. Die Pflanzen sind nach wie vor viel zu hell bis auf drei und die Blattränder vertrocknet. Ich habe sie mal fotografiert: https://imgur.com/a/uTzKC

    • Wo liegt der pH Wert denn aktuell? Haben Sie mit Kalium mal gespritzt? Was für Düngemaßnahmen außer dem Bodenaktivator haben Sie noch verwendet? Die Symptome sehen stark nach Kaliummangel aus und das wird sicherlich mit dem pHWert zusammenhängen wenn dieser zu niedrig ist, als auch mit den jungen Wurzeln die noch nicht so ausgeprägt sind dass sie die Pflanze vollumfänglich in allen Situationen versorgen können. Ein Grund zur Panik besteht zwar nicht aber beobachten und mäßig eingreifen ist dennoch angeraten. Ihre Einschätzung ist übrigens genau richtig: organisch braucht etwas länger und erfordert Augenmaß und Geduld!

      • Schmidtchen Schleicher

        Der Ph Wert liegt immer noch bei ca 5,5, also wie zu anfangs. Kalium habe ich gespritzt, mittlerweile auch schon mehrmals. Bewirkt hat es augenscheinlich nichts. Eher sogar noch das Gegenteil. Es war eine Pflanze dabei, die war schon von vornherein gut verzweigt, deswegen ist sie mir besonders aufgefallen, deren Blätter wurden alle danach am Rand braun. Ob das jetzt mit dem Spritzen zusammenhängt, kann man natürlich nicht sagen aber verbessert hat sich jedenfalls nichts. Ausser dem Bodenaktivator haben ich noch einmal Algan Wurzelwachstum verwendet, sonst nichts. Jetzt im September wollte ich nochmal Bodenaktivator ausbringen und Oscornas Heckendünger im Oktober.
        Eine Ecke weiter eher im schattigen Bereich hat jemand auch Rotbuche als Hecke, das sind relativ kleine Pflanze, so ca. 120cm, die haben so wie ich das beobachten konnte auch nicht ausgetrieben allerdings sind die alle einheitlich dunkelgrün und zeigen keine Mangelerscheinungen. An einer anderen Ecke steht auch ein kurzes Rotbuchenheckenstück mit großen Pflanzen, auch einheitlich dunkelgrün aber so enorm wie des Nachbars Hainbuchen sind auch die nicht ausgetrieben.

        • Die Wirkung der von Ihnen beschriebenen Dünger ist langsam und wird mit Sicherheit auch nicht sofort sichtbar werden. Jetzt kommen natürlich auch noch der witterungsbedingte Rückgang des Stoffwechsels hinzu, was eine optische Verbesserung mit Sicherheit nicht entgegen kommen wird. Ein organischer Heckendünger macht durchaus noch Sinn, Bodenaktivator hingegen weniger. Auch mit den Kalkgaben müssen sie vorsichtig sein und nicht übertreiben, da sich der Effekt nur langsam einstellt und bei einer zu häufigen Dosierung auch zur Verschlimmerung beitragen kann (Die Dosis macht das „Gift“!).
          Wettertechnisch sind wir schon Mitten im Herbst und die Blätter werden daher alsbald alle braun werden, was auch bei einer anzunehmenden Unterversorgung kein Grund für Bedenken darstellt. Achten Sie darauf, dass der Boden auch bei längeren Sonnentagen feucht (nicht nass!) bleibt und der Boden gut abgemulcht ist (am besten fallendes Laub liegen lassen – ggf. mit reifen Kompost abdecken (min. 5 cm)). Eine Kalium-Spritzung bring nur dann noch etwas wenn grüne Blätter vorhanden sind und die Temperaturen über 15 Grad Celsius liegen.
          Lassen Sie sich auch nicht von anderen Pflanzen in der Nachbarschaft irritieren. Alleine ein leicht anderer, optimalere Standort kann gewaltige Unterschiede bewirken. Wichtig ist zu wissen, dass auch eine Pflanze sich auf seinen neuen Standort einstellen muss – das kann etwas dauern. Und alleine die Tatsache, dass der Standort in der Baumschule ein anderer gewesen sein wird als der jetzige, macht es der Pflanze nicht immer leicht anzuwachsen. Achten Sie auf grundlegende Bedürfnisse der Pflanzen und gönnen Sie Ihr eine winterliche Ruhephasen. Geduld ist die wichtigste gärtnerische Grundregel!

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